Additive Fertigung – Rapid Prototyping „Wir finden immer eine Lösung, wir geben nie auf“

Redakteur: Luca Meister

Additive Fertigungsverfahren werden immer gefragter. Im Gegensatz zum 3D-Druck, dessen Potenzial eher überschätzt wird, ist der Einsatz generativer Fertigungsverfahren im Metallbereich für den Maschinenbau wirklich interessant. Um aus diesem Technologiegebiet mehr zu erfahren, hat die SMM-Redaktion der Max Horlacher AG und Protoshape GmbH besucht und zwei Spezialisten interviewt.

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Felix Reinert: „Gerade im Formenbau gibt es Teile, die für das SLM-Verfahren wie prädestiniert sind – dann wird es für uns spannend.“
Felix Reinert: „Gerade im Formenbau gibt es Teile, die für das SLM-Verfahren wie prädestiniert sind – dann wird es für uns spannend.“
(Bild: SMM)

Seit fast 30 Jahren ist die Max Horlacher AG im Bereich Werkzeug- und Prototypenbau tätig. Für die unterschiedlichsten Industriebereiche, vom Start-up bis zum Großkonzern, stellt das acht Mitarbeiter beschäftigende Unternehmen komplexe Präzisionsteile und Kleinserien her.

Der vielseitige, mit modernsten Anlagen ausgestattete Maschinenpark wurde 2012 mit einer Selective-Laser-Melting-(SLM-)Anlage ergänzt. Mit dem SLM-Verfahren wird das Werkstück schichtweise dreidimensional aufgebaut. Dafür wird das Metall in sehr feiner Pulverform in Schichten aufgetragen und durch den Laserstrahl dort geschmolzen, wo das Werkstück entstehen soll. Dieses Verfahren ermöglicht die Herstellung von Prototypen und Funktionsteilen mit hochkomplexen Strukturen wie Gitter- oder Hohlstrukturen in sehr kurzer Zeit. 2013 hat der Spezialist für kundenspezifische Anwendungen in Klingnau ein neues Gebäude in Empfang genommen.

Ein eigenes kleines Metallografie-Labor ermöglicht es Protoshape, die Qualität der hergestellten Bauteile zu überprüfen. Bei Entwicklungsaufgaben zum optimalen Design für das SLM-Verfahren steht das Unternehmen bei und unterstützt die Kunden von jeder beliebigen Projektphase.

Additive Fertigung: Wohin geht die Reise?

Im SMM-Interview stehen Urs Bruhin, Geschäftsführer der Max Horlacher AG, und Felix Reinert, Geschäftsführer der Protoshape GmbH.

Wie sieht in der Schweiz die Situation im Bereich der metallischen additiven Fertigung aus?

Reinert: Die generativen Verfahren werden in den nächsten fünf Jahren an Bedeutung gewinnen. Momentan sind jedoch die Anlagen noch nicht reif für die Massenproduktion, sie müssen immer noch ausgiebig gepflegt werden. Mittlerweile funktionieren die Maschinen zwar, sie sind jedoch immer noch ziemlich «akademisch», sprich, man kann noch nicht einfach einen Knopf drücken und alles funktioniert. Auch wir haben viel Lehrgeld bezahlt, beispielsweise wenn es um Speziallegierungen ging. Aufgrund steigender Nachfrage werden wir in den nächsten Jahren in neue Anlagen investieren.

Wo liegen die Stärken Ihres Unternehmens?

Reinert: Unsere Stärke liegt darin, dass wir unseren Kunden ein Gesamtpaket anbieten können. Das heißt, wir bieten neben der generativen Fertigung in Kombination auch Designoptimierungen und spanende Nachbearbeitung an. Was das Design angeht, besprechen wir zusammen mit den Kunden die Projekte und schauen, ob und wie diese realisierbar sind. Oft präsentieren uns die Kunden nur eine Problemstellung und wir machen darauf Vorschläge für die Auslegung der Komponente.

Bruhin: Wir haben viele Stammkunden, die wir sehr effizient bedienen können. Außerdem sind wir aus historischen Gründen stark im Erodieren. Max Horlacher war einer der Ersten, der in der Schweiz erodiert hatte. In der Schweiz bieten wir als Max Horlacher AG zusammen mit der Protoshape GmbH, die sich spezifisch um die additive Fertigung kümmert, ein einzigartiges Leistungsspektrum im Bereich Rapid Prototyping an

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