Friedrich-Schiller-Universität Jena Wissenschaftler und Industrie entwickeln Kletterroboter
Jena (si) - In unzugänglichen oder gefährlichen Arbeitsbereichen greifen Unternehmen gerne auf Roboter zurück. Doch vor allem wenn es steil nach oben geht, hinken Roboter der Natur
Anbieter zum Thema
Jena (si) - In unzugänglichen oder gefährlichen Arbeitsbereichen greifen Unternehmen gerne auf Roboter zurück. Doch vor allem wenn es steil nach oben geht, hinken Roboter der Natur noch weit hinterher, berichtet die Friedrich-Schiller-Universität Jena.
Dies will ein neues Projekt ändern, bei dem Thüringer Wissenschaftler einen Kletterroboter entwickeln und gemeinsam mit der Industrie bauen wollen, für den selbst steile Anstiege kein Problem darstellen. Für dieses Bionik-Projekt hat das Bundesforschungsministerium (BMBF) jetzt 3,45 Mio Euro für drei Jahre zur Verfügung gestellt, heißt es in einer Mitteilung der Universität weiter.
Bei „InspiRat - Bionisch inspirierter Kletterroboter für die externe Inspektion linearer Strukturen“ - so der offizielle Projekttitel - arbeiten unter der Federführung von Prof. Dr. Hartmut Witte, Biomechatroniker der TU Ilmenau, Zoologen und Radiologen der Universität Jena, das Max-Planck-Institut (MPI) für Metallforschung in Stuttgart und die Tetra Gesellschaft für Sensorik, Robotik und Automation mbH in Ilmenau zusammen.
Je steiler es aufwärts geht, umso näher rückt beim Klettern der Körper automatisch an das Hindernis, wodurch wiederum die kontrollierten Bewegungen von Armen und Beinen erschwert werden. Die Natur löst dieses Problem mit unterschiedlichen Verfahren, die aber auf ähnlichen Prinzipien beruhen. Diese Prinzipien wollen die Thüringer Forscher der Natur abschauen und auf den vierbeinigen Roboter übertragen. „Inspirat“, so der vorläufige Name des Roboters, verweist auf die „Inspiration durch die Ratte“.
In Aufzugsschächten von Hochhäusern soll der Roboter Versorgungsleitungen oder in Schlössern ohne Baupläne den Verlauf von Rohren und Schächten inspizieren. „Der Markt für einen möglichen Einsatz ist weit und birgt enormes wirtschaftliches Potenzial“, weiß Dr. Andreas Karguth von der Tetra Gesellschaft.
Artikelfiles und Artikellinks
(ID:190669)