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Virtuelle Kompetenzzentrum Rückbau am KIT
Der Rückbau dauert nicht zuletzt auch deshalb so lange, weil es mit dem Abriss kerntechnischer Anlagen weltweit erst wenig Erfahrung gibt. Um verfügbares Wissen zu bündeln, wurde in diesem Jahr am KIT das virtuelle Kompetenzzentrum Rückbau ins Leben gerufen. „Damit wollen wir standardisierte Lösungen und Verfahren wissenschaftlich und technisch gezielt aufbereiten und bereitstellen“, sagt Gentes. Um Wissen und Erfahrungen zusammenzuführen, ist eine enge Kooperation der Beteiligten notwendig. Auf dieser Ebene gab es in jüngster Zeit laut Gentes durchaus Fortschitte: Der Austausch von Know-how zwischen den einzelnen Kraftwerksbetreibern ist intensiver als früher, auch die Zusammenarbeit von EVU, Zulieferindustrie und Forschern ist besser als noch vor wenigen Jahren. Um den Rückbau ihrer Joint-Venture-Kernkraftwerke möglichst wirtschaftlich zu gestalten, haben beispielsweise Eon und Vattenfall Europe im Mai vereinbart, gemeinsam Konzepte für die Zerlegung von Großkomponenten und die Logistik zu entwickeln.
Mittlerweile kommt auch der internationale Austausch in Gang. Mit Frankreich, Japan und den USA stehen deutsche Fachleute in engem Kontakt. Gentes: „Man kann heute keine Manpower mehr damit verbraten, dass man sich mit Problemem befasst, die anderswo bereits gelöst wurden.“ So haben die Deutschen gute Chancen, dass auch jenseits der Grenzen ihre Rückbauexpertise in Zukunft gefragt sein wird. Die Europäische Kommission schätzt, dass bis 2025 allein in der EU etwa ein Drittel der 131 derzeit aktiven Kernkraftwerke außer Betrieb geht. MM
* Christa Friedl ist freie Journalistin in 47799 Krefeld
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