Suchen

Produktpiraterie

12 Maßnahmen, mit denen Sie sich erfolgreich gegen Plagiate wehren

| Redakteur: Robert Horn

Das Thema Plagiate und Raubkopien ist nicht neu. Schon seit 1977 berichtet der Verein Plagiarius über Fälschungen, Kopien und billige Nachahmer, die ehrlichen Anbietern die Kunden abgraben. Sind die Fälschungen auch noch minderwertig oder gar gesundheitsschädlich, entsteht nicht nur erheblicher wirtschaftlicher, sondern auch gehöriger Image-Verlust. Wie man sich davor schützen kann, erklärt Christine Lacroix von Plagiarius.

Firmen zum Thema

Die Plagiarius Preisträger 2015, 1. Platz: Links Originale: STEINEL Vertrieb GmbH, Herzebrock-Clarholz, DeutschlandRechts Fälschungen: Vertrieb: Shenzhen Jin Xiong of internal and external electronic tools Co., Ltd., Shenzhen, VR China
Die Plagiarius Preisträger 2015, 1. Platz: Links Originale: STEINEL Vertrieb GmbH, Herzebrock-Clarholz, DeutschlandRechts Fälschungen: Vertrieb: Shenzhen Jin Xiong of internal and external electronic tools Co., Ltd., Shenzhen, VR China
(Bild: Aktion Plagiarius e.V.)

Auf der Hannover Messe 2015 hatte die Arbeitsgemeinschaft Produkt- und Know-how-Schutz zur Informationsveranstaltung geladen. Das Thema Produktpiraterie ist auch oder gerade in Zeiten von Digitalisierung und Industrie 4.0 kein triviales. Schließlich benötigen Cyberkriminelle nur eine einzige undichte Stelle, um ein ganzes System lahm zu legen und damit beträchtliche Schäden anzurichten. Allein in Deutschland beziffert der VDMA den durch Produktpiraterie entstandenen Schaden allein 2013 auf 7,9 Mrd. Euro. Dorothee Andermann der Brainloop AG nannte noch erschreckendere Zahlen: Weltweit wird der Schaden durch Cyberkriminalität auf 400 Mrd. US-Dollar geschätzt.

Plagiate gibt es in jeder Branche

Die meisten Fälschungen kommen immer noch aus China. Plagiate gibt es inzwischen aber überall und in jeder Branche, sagte Christine Lacroix, Geschäftsführerin der Plagiarius Consultancy GmbH. Die Hemmschwelle ist gering, sogar namhafte deutsche Unternehmen geben Plagiate in Auftrag, um der Konkurrenz zu schaden und schnellen Profit zu machen. Umso wichtiger ist es, sich zu wehren. Organisatorische, juristische und technische Maßnahmen helfen, das eigene Produkt im Markt zu etablieren und es Fälschern so schwer zu machen, dass sich Plagiate eventuell nicht mehr lohnen:

Bildergalerie

1. Schutzrechte anmelden

Patente schützen, ganz klar. Intellectual Property Rights (IPR) zählen zu den wichtigsten juristischen Waffen gegen Produktpiraten und Plagiatoren. Aber nicht nur die Technik sollte geschützt sein: Oft wird bei Plagiaten nämlich nur das Design kopiert. Unternehmen sollten deshalb auch das Schutzrecht des eingetragenen Designs nutzen. Das ist günstig, aber sehr effektiv. Betroffene Unternehmen sollten im Fall der Fälle aber die Beweissicherung nicht vergessen.

2. Aktive Marktüberwachung

Wer nicht sucht, kann auch nicht finden. Internet, Messen, Handel, sind unüberschaubar groß, doch lohnt der Aufwand im Anbetracht des entstehenden wirtschaftlichen Schadens in den meisten Fällen.

3. Kontakte und Netzwerke einbeziehen

Bei der Überwachung helfen gute, vertrauensvolle Kontakte und Netzwerke weiter. Gerade in anderen Ländern ist es oft unmöglich, entsprechende Einblicke zu erhalten. Bei entsprechender Sensibilisierung aller Beteiligten kann ein Anruf der Marke „Du, ich habe da was gesehen ...“ schon im Vorfeld viel Ärger ersparen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 43322311)