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Maskenchaos 1,2 Mrd. Euro Schaden durch Maskenfehlbeschaffung

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Das Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) geht davon aus, dass nur 85 % der rund 1,25 Mrd. beschafften Masken verkehrsfähig sind. Der VTH schätzt den Schaden auf 1,2 Mrd. Euro.

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Der VTH schätzt den Schaden durch Fehlbeschaffung von Masken auf 1,2 Mrd. Euro.
Der VTH schätzt den Schaden durch Fehlbeschaffung von Masken auf 1,2 Mrd. Euro.
(Bild: VTH)

„Seit vielen Monaten häufen sich in unserer Geschäftsstelle die Beschwerden über untragbare Zustände“, kritisiert der Hauptgeschäftsführer des VTH (VTH Verband Technischer Handel e. V.) Thomas Vierhaus. Das „Maskenchaos“ habe dazu geführt, dass in riesiger Anzahl untaugliche Masken, die keinen Schutz bieten, ausgeliefert und auch nach wie vor eingesetzt werden.

Die Anzahl der zurzeit beim Bund lagernden Schutzmasken beträgt nach Angaben des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) insgesamt rund 1,25 Mrd. Stück. Dies geht aus der Antwort auf eine schriftliche Anfrage der FDP-Bundestagsfraktion hervor.

Nur 85 % der Masken sind verkehrsfähig

Bei einem durchschnittlichen Stückpreis von 3,00 Euro beträgt der Lagerwert demzufolge 3,75 Mrd. Euro. Das BMG geht davon aus, dass voraussichtlich nur 85 % der Masken verkehrsfähig sind. Das entspricht allerdings nicht der tatsächlich zu erwartenden Relation. Vielmehr muss man nach den bisherigen Erfahrungen davon ausgehen, dass mindestens 20 % nicht den sicherheitstechnischen Anforderungen entsprechen. Experten schätzen sogar eine weitaus höhere Ausfallquote.

Maskenschrottwert beträgt 1,18 Mrd. Euro

Nehmen wir nur einmal an, dass von den 1,25 Mrd. Masken etwa ein Fünftel als Ausschuss zu bezeichnen sind, dann beträgt der Schaden für die Steuerzahler – bezogen auf die lagernden Masken – mindestens 750 Mio. Euro. Insgesamt summieren sich die Beschaffungskosten für Masken im Rahmen des vorgegebenen Haushaltsrahmens laut dem BMG auf rund 5,9 Mrd. Euro. Wenn man die Abfallquote von 20 % auf diesen Endbetrag ansetzt, landet man in Summe bei einem Schrottwert in Höhe von 1,18 Mrd. Euro.

Missglücktes Krisenmanagement wäre vermeidbar gewesen

Aus dem missglückten Krisenmanagement und unprofessionellen Beschaffungs- und Prüfverfahren ergibt sich demnach ein Gesamtschaden von rund 1,2 Mrd. Euro. Dieser wäre in dieser Höhe vermeidbar gewesen, wenn das Bundesgesundheitsministeriums im Frühjahr Experten aus erfahrenen Fachverbänden eingebunden hätte. Dies ist die Einschätzung des VTH Verband Technischer Handel e.V., der zuständigen Fachorganisation des Arbeitsschutzfachhandels in Deutschland.

Beschaffung über Fachhandel wäre sinnvoll gewesen

Es wäre einfach gewesen, mithilfe der etablierten Fachgroßhändler für Persönliche Schutzausrüstungen den Markt sorgfältig zu sondieren, einen größeren Teil der Produkte über sie zu beschaffen und damit zwielichtige Bezugsquellen von vornherein auszuschalten. Statt erfahrene Branchenvertreter zu konsultieren, wurden vermeintliche Branchenkenner einer internationalen Unternehmensberatung teuer eingekauft; die Bundesregierung zahlt dafür nach Medienberichten fast 10 Mio. Euro.

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