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Borchers weiß, bei welchen Unternehmen der 3D-Druck schon heute eine große Rolle spielt: „Gerade in der Dentalindustrie sind 3D-Techniken weit verbreitet, jedoch häufig in Form von Minifräsen.“ Hier kann dann das 3D-Modell eines Zahnabdrucks eingegeben werden. Dann kann ein perfekter Zahnersatz gefertigt werden. Auch hier kann sich der 3D-Druck anbieten.
Borchers ist sich sicher, dass schon bald hochwertige 3D-Drucker im Preissegment um die 1000 Euro im Handel erhältlich sein werden. Dies führt dann zu einer besseren Marktdurchdringung. Auch die Vielfalt der Materialien, die verarbeitet werden können, wird steigen. Zudem können zwei Kunststoffwerkstoffe gleichzeitig gedruckt werden. So können beispielsweise Zahnbürsten aus einem Schritt gefertigt werden, oder auch Batterien. Borchers persönliche Vision ist, dass in etwa 20 Jahren ein komplettes I-Phone per Knopfdruck mit 3D-Drucker hergestellt werden kann.
Hype durch immer mehr günstige 3D-Drucker verstärkt
Steve Rommel ist Gruppenleiter am Fraunhofer IPA in Stuttgart für den Bereich generative Fertigung. Er beobachtet im Endkundenbereich einen Hype, der durch immer mehr kostengünstige Drucker für Heimanwendungen verstärkt wird. Das zurzeit günstigste Angebot liegt in den USA bei 500 $. In Deutschland ist ein Bausatz schon für 699 Euro zu erhalten. In diesem Marktsegment gibt es um die 16 Anbieter, die Drucker in einer Preisspanne von 700 bis 4000 Euro anbieten. Rommel meint, dass sich gerade im Endkundenbereich einiges tun werde, denn die Menschen wollen sich ihre Sache selbst machen und gestalten. Jedoch benötigen diese ein gewisses Know-how im Bereich der CAD-Konstruktion sowie der Anlagenbedienung.
3D-Druck als gute Ergänzung zur Massenproduktion
Im Industriebereich sind Ingenieure auf 3D-Druck mit Kunststoffen spezialisiert. Hier kümmert er sich unter anderem um faserverstärkte Werkstoffe im additiven Schichtbauverfahren. Die Frage nach einer weiteren technischen Revolution hält der Fraunhofer-Forscher für schwierig zu beantworten: „Man muss abwarten, wohin der Trend denn nun wirklich geht.“ Dabei sieht er derzeit die Verfahren als eine sehr gute Ergänzung und nicht als Substitutionstechnologie zur Massenproduktion. Vorteile für die generativen 3D-Verfahren beobachtet Rommel aktuell bei kleinen und komplexen Bauteilen in kleinen bis mittleren Serien. Gerade für Innengeometrien, die anders nicht herzustellen sind, kann das zur Massenproduktion alternative Verfahren gut eingesetzt werden. Oder eben auch dort, wo eine gewisse Individualisierung mit eingebracht werden soll.
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