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Wiederholgenauigkeit der günstigen 3D-Drucker nicht ausreichend
Thomas Teufel ist Geschäftsführer der Teufel Prototypen GmbH. Das Unternehmen beschäftigt sich mit der Herstellung von Industriedesign, Kleinserien sowie Prototypen und setzt dafür auch 3D-Druck ein. Teufel, Feinwerksingenieur weiß, dass die Technik für die industrielle Fertigungen noch in den Kinderschuhen steckt: „Für größere Serien ist die Wiederholgenauigkeit der Maschinen noch nicht ausreichend. Der Vergleich mit einer Spritzguss oder einer Fräsmaschine ist noch nicht möglich.“
Bislang verarbeitet Teufel hauptsächlich Polyamide und Epoxidharze mit der neuen Technik. Es können auch Acrylate verarbeitet werden. In zehn Jahren, meint Teufel, sei die Technik eine andere. Dann sei man wesentlich dichter an einer Serienfertigung. Schon heute finden sich Kleinserien im Bereich der Robotik und für Montagestraßen, die ein- oder zweimal gebraucht werden. Das sind noch sehr begrenzte Anwendungen in der Industrie und nicht beim Endkunden. Vom Ersatzteildrucken, wie beispielsweise für Waschmaschinen, sei man noch weit entfernt, weil die Materialien weder die chemische Beständigkeit noch die Langlebigkeit hätten.
Eberhard Wunderlich leitet den Musterbau der Wittenstein AG in Igersheim. Dort setzt man den 3D-Druck in erster Linie als Verfahren im Musterbau ein. In Regel hat einer der 40 Konstrukteure eine Idee und fertigt ein CAD-Modell an, aus dem er dann am 3D-Drucker schnell einen Prototypen erhalten kann – meist aus dem Hochleistungskunststoff ABS. Dieser Prototyp wird dann im internen Versuch auf seine Tauglichkeit geprüft.
Entwicklungen erwartet Wunderlich im Bereich der Leiterplatten sowie der leitenden Kunststoffe und im Formenbau. Hier hat das Unternehmen bereits eine Spritzgussform im Test, die aus metallischen Werkstoffen bestehen. In der Regel wird hierzu das Metall gesintert. Dabei ist ein Laser die Energiequelle. Zukünftiges Ziel ist es, funktionsfähige Planetengetriebe auf dem 3D-Drucker herzustellen.
Hype um 3D-Druck hat Licht- und Schattenseiten
Mit dem erwähnten Laser-Sinterverfahren beschäftigt sich das Unternehmen EOS. Geschäftsführer Dr. Adrian Keppler weiß, dass 3D-Druck ein Trend ist, aber: „3D-Printing ist ein Hype, und wie es mit jedem Hype ist, hat er Licht- und Schattenseiten.“ Die Vorstellung, mit einem 3D-Drucker für 1500 Euro alles zu drucken, was das Herz begehrt, hält Keppler für gefährlich, weil eine falsche Erwartungshaltung entsteht. Zum Beispiel sind Teile für die Luftfahrtindustrie aus Hochtemperatur-Nickellegierungen sehr komplex. Sie haben anspruchsvolle Aufgaben in den Bereichen Sicherheit und Langlebigkeit.
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