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Rapid Manufacturing

3D-Druck – Hype oder industrielle Revolution?

| Autor/ Redakteur: Thomas Isenburg / Stefanie Michel

Am Thema 3D-Druck kommt scheinbar niemand vorbei. Um aber beurteilen zu können, was dieser Trend für die industrielle Produktion bedeutet, muss man sich der Einsatzbereiche, der Hardware und natürlich der Kosten bewusst sein. Dieser Artikel will die nötige Orientierung geben.

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Kunststoff-Produkte aus dem 3D-Drucker, ausgestellt in der Vitrine der Teufel Prototypen GmbH.
Kunststoff-Produkte aus dem 3D-Drucker, ausgestellt in der Vitrine der Teufel Prototypen GmbH.
(Bild: Isenburg)

Al Gore vergleicht die Technik des 3D-Drucks in seinem gerade erschienenen Buch „The Future“ mit der Einführung des Fließbands in die Automobilindustrie durch Henry Ford 1908. Diese Technik baut Körper auf, indem sie unterschiedlich dünne Schichten aufeinander ablegt. Das Ergebnis ist dann ein Korpus in dreidimensionaler Gestalt. Dabei können die unterschiedlichsten Materialien verwendet werden.

Krempelt der 3D-Drucker die gane Produktionslandschaft um?

Viele Experten erwarten, dass die rasche Entwicklung von 3D-Druckern die Produktionslandschaften verändern wird. Bislang findet die Technik hauptsächlich bei Prototypen Verwendung. So wird zum Beispiel das Design für neue Flugzeuge zunächst mit 3D-Prototypen im Windkanalversuch hergestellt. Ursprünglich kommt diese Bewegung aus dem MIT (Massachusetts Institute of Technology). Dieses Institut ist auch ein Innovationstreiber für den 3D-Druck, denn hier wurde bereits 2001 ein Fab Lab gegründet, das besonders für Studenten den Zugang zur Anlagentechnik ermöglicht.

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Eine weitere interessante Anwendung realisiert das Unternehmen LGM aus Minturn in Colorado, USA, indem es 3D-Drucker für Architekten herstellt. Diese produzieren dann aus CAD-Zeichnungen Häusermodelle. Charles Overy aus dem Management des Unternehmens teilte der New York Times mit: „Waren wir bislang gewohnt, zwei Monate für ein 100 000 US-$ Modell zu benötigen, können wir es jetzt in zwei Stunden für 2000 US-Dollar bauen und komplementieren dieses über Nacht.“

Noch einen Schritt weiter geht Contour Crafting aus Los Angeles: Das Unternehmen hat einen 3D-Drucker auf einem Lkw installiert, der zu einer Baustelle fahren kann, um ein ganzen Haus bis auf Fenster und Türen zu drucken.

Geringerer Einsatz von Rohmaterialien als bei Massenproduktion

Enthusiasten erwarten eine erhebliche Einsparung beim Einsatz von Rohmaterialien gegenüber der Massenproduktion. Auch soll der Einsatz von Personal und Energie verringert werden.

Den weltweiten Trend zur Entstofflichung bestätigt Al Gore in seinem neuen Buch. Er stellt fest, dass dieser Trend schon länger zu beobachten sei, denn die totale Tonnage an globalen Gütern war über die letzten Dekaden konstant, während sich deren Wert verdreifacht hat. Ferner werden Transportkosten im Vergleich zu klassischen Produktionsverfahren eingespart. Al Gore sieht jedoch in den USA neue Herausforderungen im Bereich des Copyrights und des Patentrechts durch die Technik.

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