Spritzguss 3DS-Technik für erodierte Oberflächen im Spritzguss

Autor / Redakteur: Gabriele Urhahn / Mag. Victoria Sonnenberg

Eine innovative 3DS-Technik verspricht Nutzern von Spritzgussformen wesentliche Produktivitätssteigerungen – aufgrund besserer Entformbarkeit, schnellerer Produktionszyklen und reduzierter Wartungskosten.

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Mit dem 3DS-Bearbeitungszentrum von GF Machining Solutions bei Lauer Harz werden Formen hergestellt, mit denen sich die realen Entformkräfte im Spritzguss mehr als halbiert haben.
Mit dem 3DS-Bearbeitungszentrum von GF Machining Solutions bei Lauer Harz werden Formen hergestellt, mit denen sich die realen Entformkräfte im Spritzguss mehr als halbiert haben.
(Bild: GF Machining Solutions)

Mit der Funkenerosion lassen sich leitfähige Werkstoffe beliebiger Härte hochpräzise und mit höchster Oberflächengüte bearbeiten. Im Laufe der letzten 50 Jahre hat das Maschinenbau-Unternehmen GF Machining Solutions dieses Verfahren ständig perfektioniert. „Viele meinten, die Möglichkeiten dieser Technologie seien inzwischen weitestgehend ausgereizt. Doch die Ingenieure unseres Innovationsteams sind im Begriff, mit den neuen 3DS-Erosionsoberflächen die EDM-Technologie zu revolutionieren“, weiß David Labadie, bei GF Machining Solutions für die Senkerosions-Produktlinie verantwortlich.

Dreidimensionaler Ansatz eröffnet neuen Weg

Das Kürzel „3DS“ steht für „dreidimensionale Strukturen“. Tatsächlich beschreitet dieser Ansatz einen neuen Weg: Wurde bislang die Qualität einer Oberfläche im Grad ihrer zweidimensionalen Rauheit bewertet (Ra-Wert), betrachtet die 3DS-Technologie die tatsächliche, dreidimensionale Beschaffenheit einer Oberfläche. „Werkzeug-Oberflächen können den gleichen Ra-Wert haben und dennoch gänzlich unterschiedliche Eigenschaften aufweisen“, erklärt Joachim Seele, Leiter Sales Support bei GF Machining Solutions. „Mit der 3DS-Technologie bieten wir Werkzeugbauern und vor allem Spritzgiessern ganz neue Möglichkeiten. Dank einer optimierten Funkenentladung beim Erosionsprozess werden die Oberflächen wesentlich entschärft. Die Erodiertiefen sind zwar noch vorhanden, dreidimensional betrachtet weisen sie aber ein deutlich verrundetes Profil auf“, führt der EDM-Experte aus.

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Gespür für Innovationen macht sich bezahlt

Was zunächst sehr theoretisch klingt, birgt entscheidende Vorteile für Anwender der 3DS-Technologie. Das weiß Kurt Harz, Geschäftsführer der Lauer Harz Werkzeugtechnologie GmbH, zu bestätigen. Das mittelständische Unternehmen aus dem sauerländischen Lüdenscheid stellt seit über 25 Jahren Spritzguss­formen her – vornehmlich für die Automobil-, Pharma- und Bauindustrie. Feinwerkmechanikermeister Harz setzt seit jeher auf Maschinen von GF Machining Solutions und hat in seiner Laufbahn stets ein gutes Gespür für Innovationen bewiesen. „Ich kann mir als kleiner Werkzeugbauer keine Fehlgriffe erlauben, deshalb überlege ich mir die Anschaffung neuer Maschinen sehr genau. Sie müssen mir einen Wettbewerbsvorteil verschaffen, der sich schnell in barer Münze auszahlt. Für Experimente sind wir nicht zu haben“, sagt der bodenständige Unternehmenschef. Dennoch hat er sich als einer der ersten Kunden von GF Machining Solutions dazu entschieden, die neuartige 3DS-Technologie einzuführen. Harz erinnert sich: „Wir haben im Frühjahr 2015 ein Komplettsystem von GF Machining Solutions angeschafft, ein so genanntes Form Werk. Es besteht aus der Highspeed-Fräsmaschine Mikron HSM 500 LP, einem Roboter, einer Jobmanagementsoftware und dem Herzstück: der Senkerosionsmaschine AgieCharmilles Form 200 mit 3DS-Funktion.“

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