Nächste Runde Anpfiff zur zweiten Halbzeit der Kunststoff-Kreislaufwirtschaft

Ein Gastbeitrag von Dr. Marco Narasajah / Ignite 3 min Lesedauer

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Dr. Marco Nesarajah, Senior Manager bei der Ignite Group, erläutert hier, was in der Kunststoffverarbeitung nach der bereits beantworteten Materialfrage nun kommt ...

Was die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen angeht, so ist laut Experten die Frage zu den Materialien beantwortet. Ein Senior Manager von Ignite erklärt hier mit Blick auf die Fakuma, was Spritzießer nun in Angriff nehmen, um auch gesetzliche Vorgaben erfüllen zu können ...(Bild:  KI-generiert)
Was die Kreislaufwirtschaft von Kunststoffen angeht, so ist laut Experten die Frage zu den Materialien beantwortet. Ein Senior Manager von Ignite erklärt hier mit Blick auf die Fakuma, was Spritzießer nun in Angriff nehmen, um auch gesetzliche Vorgaben erfüllen zu können ...
(Bild: KI-generiert)

Wenn die Fakuma im Oktober in Friedrichshafen zum 30. Mal ihre Tore öffnet, bündelt sie die Themen, die die Branche seit Jahren begleiten: Kreislaufwirtschaft, Energieeffizienz, Anlagentechnik. Der eigentliche Engpass hat sich jedoch verschoben. Er liegt nicht mehr in der Verfügbarkeit alternativer Werkstoffe, sondern in der Fähigkeit, sie reproduzierbar zu verarbeiten. Denn das zentrale Problem beim Rezyklateinsatz ist nicht die Menge, sondern die Varianz der Materialien.

Schwankung schlägt Substitution

Steigende Rezyklatquoten führen zu erhöhten Materialschwankungen und damit zu instabilen Spritzgießprozessen sowie erhöhtem Ausschussaufkommen. Wie stark das durchschlägt, zeigten Untersuchungen auf der PIAE 2026: Bei lackierten Stoßfängeranwendungen aus Polypropylen-Compounds mit 25 Prozent „Post Consumer“-Rezyklat variierten Defektdichte und Schlagzähigkeit je nach Rezyklatqualität nämlich erheblich. Für den Verarbeiter heißt das, dass eine Rezeptur, die im Bemusterungslauf funktioniert, keine positive Zusage für die nächste Charge sein muss. Genau hier setzt die aktuelle Forschung den Hebel an. Das SKZ in Würzburg verfolgt etwa im Projekt „Rezi-KI“ gemeinsam mit dem Partner Plus10 das Ziel, „Post Consumer“-Rezyklate trotz teils erheblicher Materialschwankungen so stabil und effizient zu verarbeiten wie Neuware. Und das IKV hat im Rahmen phasenübergreifender Prozessführungskonzepte ein Regelungskonzept gezielt für rezykliertes Granulat weiterentwickelt.

Vom Rezept zum Regelkreis

Damit vollzieht sich ein Wechsel der Denkweise! Denn wo früher ein Parametersatz eingefahren und eingefroren wurde, tritt heute die adaptive Regelung an seine Stelle. Der Prozess erkennt die Abweichung im Material und korrigiert sie im Spritzgießzyklus. Das 33. Internationale Kolloquium Kunststofftechnik des IKV im März 2026 hat diese Achse abgebildet – von der Additivierung zur Steigerung der Rezyklatqualität bis hin zu robusten Spritzgießprozessen durch adaptive Regelung. Der Reiz für den Mittelstand liegt darin, dass sich mehrere Ziele gleichzeitig adressieren lassen: Bauteilqualität stabilisieren, Zykluszeiten optimieren, Energieeinsatz senken. Die Hürde, das nutzen zu können heißt aber Datengrundlage. Prozessnahe Daten müssen zuvor erfasst, strukturiert und verknüpft werden, bevor ein Modell daraus lernen kann.

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