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Antriebe für Pumpen und Gebläse

| Autor: Simone Käfer

Einige Pumpenhersteller liefern ihre Vakuumpumpen inklusive Motoren. Doch auch sie kaufen mitunter einen Motor oder Antrieb ein. Wir stellen Ihnen diese Woche zwei Motoren zum Einbau und eine Pumpe mit integriertem Motor vor.

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Runtech Systems setzt die Hochgeschwindigkeits-Turbo-Motoren von The Switch in seinen Vakuumpumpen ein.
Runtech Systems setzt die Hochgeschwindigkeits-Turbo-Motoren von The Switch in seinen Vakuumpumpen ein.
(Bild: The Switch)
  • Die Hochgeschwindigkeits-Turbomotoren von The Switch sollen zuverlässig im langfristigen Betrieb, unkompliziert aufgebaut und energiesparend sein.
  • Der Brasilianer WEG hat seine Motoren bereits mit den nötigen Zertifizierungen für den US-amerikanischen Markt vorbereitet.
  • Bei Aerzen wird die Antriebswelle durch einen integrierten Motor ohne Durchführung zur Atmosphäre abgedichtet.

Produkttester der Woche ist Jukka Lehto, Vorsitzender und CEO von Runtech Systems. Das finnische Unternehmen ersetzt Wasserringpumpen mit niedrigen Leistungswerten in Papiermühlen durch Turbovakuumpumpen-Systeme. Damit werden beispielsweise Papiermaschinen modernisiert. Zur Umsetzung eines Projekts für Turbo-Unterdruckgebläse von Papiermaschinen lieferte The Switch Hochgeschwindigkeits-Turbomotoren im Wert von mehreren Millionen Euro. Eine Direktantriebstechnik macht diese Turbomotoren nicht nur für die Runtech-Gebläse interessant. The Switch gibt an, dass die Antriebstypen zuverlässig im langfristigen Betrieb, unkompliziert aufgebaut und energiesparend sind.

Kompakter Direktantrieb für Turbo-Vakuumpumpen

Der Clou bei der Sache ist eine reduzierte Mechanik. Der Antrieb verzichtet auf Zahnradkästen oder zusätzliche Kühl- und Schmiervorrichtungen, wodurch der Motor relativ wenig Platz benötigt und auch leichter ist als andere Lösungen. Mit einer Betriebsgeschwindigkeit von 10.000 min–1 erzeuge er ein perfektes Vakuum für den Verarbeitungsprozess, erklärt Jukka-Pekka Mäkinen, Vorsitzender und CEO von The Switch. Ein Bonbon für den Installateur biete der Antrieb auch: Als geschlossenes System ist die Installation einfacher. Für Runtech war auch wichtig, dass die jüngsten Turbomodelle die gleichen Abmessungen wie ihre Vorgänger haben. So können sie in bestehenden Lösungen einfacher ausgetauscht werden, sofern der Kunde das möchte.

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Runtech Systems ist vorwiegend für die EcopumpTechnik in der Papierindustrie bekannt. Dort werden seine Vakuumsysteme für Papiermühlen eingesetzt. Jukka Lehto, Vorsitzender und CEO von Runtech Systems, erklärt, worauf der Erfolg des Unternehmens gründet und welchen Vorteil er in den Motoren von The Switch sieht.

Herr Lehto, was zeichnet Ihr Unternehmen denn aus?

Mit unserem Turbo-Unterdruckgebläse haben wir einen Durchbruch erzielt. Unsere Systeme sind in der Branche bereits für ihre Zuverlässigkeit und ihre langfristige Einsatzdauer bekannt. Unsere Kunden wissen inzwischen, dass Runtech Systems ein vertrauenswürdiger und erstklassiger Anbieter von energieeffizienten Lösungen ist.

Wie haben Sie das erreicht?

Ein wichtiger Schritt, diese Marktposition zu erlangen, war die Stärkung unseres weltweiten Vertriebsnetzwerks, damit unsere Mitarbeiter schnell für die Kunden vor Ort erreichbar sind. Europa ist zwar nach wie vor unser wichtigster Markt, aber der chinesische und asiatische Markt verzeichnet bei unseren Produkten den höchsten Zuwachs.

Was ist Ihrer Ansicht nach der größte Vorteil der Turbomotoren von The Switch?

Manche Anwendungen benötigen eindeutig höhere Kapazitäten. Anstatt nun fünf Vakuumpumpen für eine Papiermaschine einzuplanen, reicht es, vier Hochleistungsantriebe einzusetzen. Darüber hinaus haben wir einen größeren Spielraum bei der Berechnung der Antriebsleistung und können uns nach den Gegebenheiten vor Ort richten.

Das Unterdruckgebläse seinerseit besticht mit einem niedrigen Energiebedarf. Insgesamt können Papiermühlen damit zwischen 30 und 60 % Energie einsparen und dennoch die Geschwindigkeit der Vakuumerzeugung erhöhen. Da diese Technik kein Wasser benötigt, sparen die Kunden auch bei den Wasserkosten. Im Normalfall amortisiert sich die Investition innerhalb von ein bis drei Jahren.

Asynchronmotoren sind für den US-amerikanischen Markt vorbereitet

Nicht nur für Gebläse und Pumpen, sondern auch für Ventilatoren, Benzinpumpen und Getreideaufzüge eignen sich die W22- Motoren von WEG. Die explosionsgeschützten Elektromotoren haben einen gusseisernen Rahmen in Schutzart IP54 und entsprechen den CSA- und UL-Listen. Bei den Asynchronmotoren handelt es sich um Einspannungs- und eigenbelüftete (TEFC-)Motoren, die eine Ausgangsleistung bis 500 PS (367,75 kW) liefern können. Interne DE- und NDE-Lagerdeckel verhindern eine Flammenausbreitung und gewähren eine Isolierung der Klasse F. Sie zeichnen sich durch bearbeitete metallische Oberflächen zwischen Rahmen und Klemmenkasten mit gehärteten Gewindestiften aus, erklärt WEG.

Trotz kleinerer Baugröße konnte Aerzen die Drehzahl nahezu verdoppeln.
Trotz kleinerer Baugröße konnte Aerzen die Drehzahl nahezu verdoppeln.
(Bild: Aerzen)

Gebläse für den Hochvakuumbereich mit integriertem Motor

Das Gebläse gleich mit Antrieb hat Aerzen im Angebot. Kürzlich hat das Unternehmen für seine Vakuumgebläse einen hermetisch dichten Motor eingesetzt. Dieser eigne sich besonders für den Hochvakuumbereich bis 10-5 mbar. Bei dieser Lösung wird die Antriebswelle durch einen integrierten Motor ohne Durchführung zur Atmosphäre abgedichtet. Durch eine annähernd verdoppelte Drehzahl bei kleineren Baugrößen ergeben sich kurze Abpumpzyklen im Vergleich zu Vakuumgebläsen, die bei einer Netzfrequenz von 50 Hz arbeiten, erklärt Aerzen. Selbst wenn zur weiteren Steigerung der Leistung zwei Vorpumpen und ein Vakuumgebläse in einem Pumpstand integriert werden, würde das Gerät noch kompakte Maße behalten.

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Über den Autor

 Simone Käfer

Simone Käfer

Redakteurin für Additive Fertigung und Werkstoffe, Vogel Communications Group