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Informationstagung der FVA

Antriebstechnik-Forschung am Puls der Zeit

| Redakteur: Stefanie Michel

Die Informationstagung der Forschungsvereinigung Antriebstechnik (FVA) ist der traditionelle Jahresabschluss für die Antriebstechnik. Neben den Forschungsergebnissen gewährte die FVA auch mit „Next Steps" und dem „Technologie Trendradar“ Einblick, wie man weiterhin nah an den Bedürfnissen der Mitglieder sein will.

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Dr. Burkhard Pinnekamp, stellvertretender Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der FVA: „Der rasante Wandel macht eine gezielte Forschungsstrategie wichtiger denn je.“
Dr. Burkhard Pinnekamp, stellvertretender Vorsitzender des wissenschaftlichen Beirats der FVA: „Der rasante Wandel macht eine gezielte Forschungsstrategie wichtiger denn je.“
(Bild: Stefanie Michel)

Rund 570 Teilnehmer aus Industrie und Wissenschaft kamen am 4. und 5. Dezember 2018 nach Würzburg zur 47. jährlichen Informationstagung der Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V. (FVA). Über 100 Unternehmen und mehr als 40 Forschungsstellen aus dem weltweit führenden Forschungs- und Innovationsnetzwerk der Antriebstechnik nahmen an der Veranstaltung teil, um sich über den aktuellen Stand der Forschung und Innovationsthemen zu informieren. Mit einem Technologie Trendradar möchte die Forschungsvereinigung in Zukunft ihre Mitgliedsunternehmen noch besser auf die Herausforderungen der Zukunft vorbereiten.

Gemeinschaftsforschung sichert Spitzenstellung der Antriebstechnik

Deutschland ist weltweit der führende Innovationsstandort für die Antriebstechnik. Die vorwettbewerbliche, gemeinschaftliche Forschung der FVA bildet die Basis für Innovationen in den Unternehmen und den weltweiten Markterfolg der Antriebstechnik aus Deutschland. Digitalisierung, Vernetzung, Elektrifizierung und Internationalisierung schaffen neue Herausforderungen für die gesamte Gesellschaft wie auch für die Antriebstechnikbranche. Damit befasst sich die FVA gezielt, um Antworten auf die Veränderungen zu finden. Hierzu wurde 2018 das Projekt „Next Steps“ gestartet, das auf der Informationstagung vorgestellt wurde. Ziel ist es, den Wandel aktiv zu gestalten. Ein wesentlicher Baustein ist dabei die Entwicklung eines „Technologie Trendradars“. Dieser soll es zukünftig ermöglichen, relevante Trends für die Antriebstechnik rechtzeitig zu erkennen und daraus Forschungsprojekte abzuleiten.

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„Als weltweit beispielhaftes Forschungs- und Innovationsnetzwerk für die Antriebstechnik ist es die Kernaufgabe der FVA, Anforderungen für die die Zukunft heute schon zu erkennen und ihnen durch passende Forschungsthemen zu begegnen – zum Nutzen aller Mitglieder. Der rasante Wandel macht eine gezielte Forschungsstrategie wichtiger denn je“, sagte Dr. Burkhard Pinnekamp, Leiter Zentrale Technik bei Renk und stellvertretender Vorsitzender des Wissenschaftlichen Beirats der FVA am Rande der Informationstagung.

Netzwerktreffen der Antriebstechnik: Beiträge zur Spitzenforschung

Auf dem Jahrestreffen der FVA präsentierten Forscher aus Wissenschaft und Industrie ihre aktuellen Forschungsprojekte. In rund 40 Fachvorträgen gaben sie einen Überblick über den derzeitigen Stand der Forschung und Entwicklung in der Antriebstechnik und zeigten zukünftige Herausforderungen auf. Die Keynote-Vorträge befassten sich in diesem Jahr mit den Themen Innovation und Trendmonitoring.

In seinem Eröffnungsvortrag zur Informationstagung erläuterte Thomas Baier, Leiter Innovation Lab beim FVA-Mitgliedsunternehmen Wittenstein, anhand des Galaxie-Getriebesystems wie radikale beziehungsweise disruptive Gedanken in einem Innovationsprozess zu wegweisenden Innovationen führen können. „Mit dem Galaxie-Getriebe ist uns eine bahnbrechende Innovation gelungen. Diese völlig neue Getriebegattung unterscheidet sich radikal von herkömmlichen Getrieben. Sie ermöglicht es uns, in der Antriebstechnik in neue Möglichkeitssphären aufzubrechen“, so Bayer.

Dr. Oliver Koch von Schaeffler gab in seinem Keynote-Vortrag „Next Steps – Vom Trendmonitoring zum Forschungsbedarf“ einen Einblick darin, wie die FVA zukünftige Trends in nutzenbringende Forschungsprojekte überführen möchte, um die Herausforderungen der Antriebstechnik von heute und morgen zu lösen.

Dr. Michael Durst von Itonics zeigte in seinem Vortrag „Innovate or Die – Mit Technologie-Radaren das eigene Innovationsportfolio gestalten und steuern“ wie überlebenswichtig es für jedes Unternehmen ist, rechtzeitig Trends zu erkennen und Innovationen voranzubringen.

FVA will wichtige Themen schneller aufgreifen

Christian Kunze, seit knapp einem Jahr neuer stellvertretender Geschäftsführer der FVA, betonte auf der Informationstagung die Rolle der FVA als Innovationsmotor für die ganze Branche: „Die Antriebstechnikbranche befindet sich in einem tiefgreifenden, möglicherweise disruptiven Veränderungsprozess, Innovationszyklen werden immer kürzer. Deshalb wollen wir in der FVA noch schneller in der Lage sein, wichtige Themen aufzugreifen und somit unsere Mitgliedsunternehmen in die Lage versetzen, Innovationen in ihren Unternehmen voranzutreiben. Dies generiert Mehrwerte für jedes einzelne Unternehmen und bringt die ganze Branche voran.“

Im Rahmen der FVA-Informationstagung erhielt am 4. Dezember Dipl.-Ing. Kai Neikes vom Institut für Maschinenelemente und Konstruktion (IMM) der Technischen Universität Dresden den 19. Hans-Winter-Preis der FVA. Herr Neikes wurde für seine hervorragende Arbeit und seinen Vortrag zum Thema „Mittelspannungseinfluss bei Wellen und Achsen“ (FVA-Projekt 321 VI) ausgezeichnet. Der mit 3000 Euro dotierte Preis wird alljährlich auf der FVA-Informationstagung verliehen. Die Experten aus dem FVA-Netzwerk bewerten die Vorträge im Vorjahr nach den Kriterien Nutzenpotenzial, Innovationsgrad und Qualität der Präsentation. Der Hans-Winter-Preis der FVA wird seit dem Jahr 2000 verliehen und honoriert hervorragende wissenschaftliche Leistungen von Nachwuchskräften im Rahmen von FVA-Forschungsprojekten.

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