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In vielen Fällen ist das RFID-Label gleichzeitig als Typenschild nutzbar und muss deshalb sehr haltbar und robust gegenüber Witterungs- und Nutzungsbedingungen sein. Dafür sind RFID-Etiketten mit diversen Schutzlaminaten auf dem Markt, die eine sichere und dauerhafte Information am Gehäusechassis gewährleisten.
Niedrigerer Leergutbestand ermöglicht Lean Production
Oft werden auch die Träger von Fertigungsstücken als Behälter, Paletten oder Trays mittels RFID-Chip markiert. Die lückenlose Erfassung der Behälter und Trays ist ein wichtiger Baustein, um zum einen die Effizienz in der Bestückung und Bereitstellung der Materialien in der Fertigung zu optimieren und zum anderen die bestückten Bauteile auf Chargenebene logistisch zuordnen und automatisiert buchen zu können. Die Behältnisse, die mit RFID-Etiketten bestückt sind, können in der Produktion vollkomen automatisiert gebucht werden, ohne dass sie eine Person per Hand einlesen muss. Im Bereitstellungsschacht vor oder an der Produktionslinie wird das Tray oder der Blister via RFID automatisch gebucht und als bearbeitete Charge im System hinterlegt. So können Elektronikbaugruppen, selbst wenn sie nicht einzeln codiert sind, bei Retouren oder Rückrufaktionen zumindest bis auf Chargenebene eingegrenzt werden. Dank der Technologie lassen sie sich auf der Palette als Leergut oder als Fertigware im Pulk erfassen. Der Warenein- und -ausgang wird automatisch gebucht. Damit steht einem automatisierten RFID-Kanban an den jeweiligen Fertigungszellen nichts mehr im Wege.
Die damit verbundenen Optimierungen in der Ist-Kontrolle vom Leergutbestand führen zu einer sehr straffen Bestandspflege, welche in der Praxis nicht selten zu Einsparungen bis 30 % im Poolbestand führt. Die im Prozess nötige Servicedokumentation oder Serviceanleitung für externe Partner kann über das NFC-Typenschild gesteuert werden. Dies hat den Vorteil, dass der Servicepartner sowohl auf dem Label als auch auf der Internetplattform des Herstellers mittels seines Smartphones Daten abgreifen kann oder neue Ist-Daten auf dem Label hinterlegen kann. Das ermöglicht eine lückenlose Historie, sowohl am Bauteil als auch in der Datenbank, ganz ohne zusätzliche RFID-Lesegeräte im Außenbereich.
Aktueller Stand der Dinge: RFID-Etiketten in der Realität
Der Markt bietet im Bereich der RFID-Etiketten mittlerweile eine große Bandbreite. Mit der richtigen Beratung und nach Analyse der Prozesse beim Kunden hat jedes Unternehmen eine Option, seine Geräte mit einem RFID-Masterlabel zu bestücken. In der Prozesskette ergeben sich dadurch viele Vorteile: außer der flexiblen Produktion auf verschiedenen Fertigungszellen auch die intelligente Steuerung der Abläufe und die automatische Erfassung der Einheiten im Montagedurchlauf. Eine weitere Nutzung der gleichen Etiketten ist in der Endkontrolle, im Warenausgang und in der Logistikkette bis hin zum Händler oder Servicedienstleister möglich.
Die Realität zeigt, dass von der ersten konkreten Idee bis zur Umsetzung in der Praxis bei Industrieunternehmen meistens etwa zwei Jahre vergehen. In stark vernetzten Branchen wie dem Maschinenbau benötigt die Festlegung der Standards bezüglich Datenaufbau und Mindestdateninhalt auf dem RFID-Chip über alle Partner hinweg oft mehr als fünf Jahre. Allerdings bauen sich am Anfang häufig Insellösungen auf: Dies sind Unternehmen, die durch den RFID-Einsatz auch ohne Vernetzung einen erheblichen Mehrwert erwirtschaften. Das betrifft vor allem den größeren mittelständischen Bereich: Dort geht die Umsetzung in der Regel schneller. MM
* Frank Linti ist Business Development Manager RFID bei Schreiner Logidata, einem Competence Center der Schreiner Group in 85764 Oberschleißheim
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