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Recycling im Fokus der K 2019

Aufbereitung und Recycling als Starter für die Circular Economy

| Redakteur: Peter Königsreuther

Die Debatte über den oder die Schuldigen in Sachen Kunststoffabfall im Meer und den Folgen ebben nicht ab. Die Messe Düsseldorf und viele Aussteller der K 2019 wollen versuchen das zu ändern.

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Dieser Müllberg landet, wie viele andere auch, schon mal nicht im Meer. Dafür sorgt das Recyclingunternehmen QCP. Seine Eingangsware bezieht QCP aus den Gelbe-Sack-Sammlungen in Deutschland und dem Pendant dazu aus den Niederlanden, um sie sachgerecht aufzuarbeiten. Um eine objektive Diskussion zum Thema Kunststoffrecycling und Abfallvermeidung anzuregen, legen die Veranstalter der K-2019 in Düsseldorf einen besonderen Fokus auf die Möglichkeiten der geschlossenen Kreislaufwirtschaft mit Kunststoff„abfällen“.
Dieser Müllberg landet, wie viele andere auch, schon mal nicht im Meer. Dafür sorgt das Recyclingunternehmen QCP. Seine Eingangsware bezieht QCP aus den Gelbe-Sack-Sammlungen in Deutschland und dem Pendant dazu aus den Niederlanden, um sie sachgerecht aufzuarbeiten. Um eine objektive Diskussion zum Thema Kunststoffrecycling und Abfallvermeidung anzuregen, legen die Veranstalter der K-2019 in Düsseldorf einen besonderen Fokus auf die Möglichkeiten der geschlossenen Kreislaufwirtschaft mit Kunststoff„abfällen“.
(Bild: QCP)

Die Bilder von angeblich durch den Verzehr von Kunststoffabfällen verendeten Seevögeln und Meeresbewohnern haben sich in viele Köpfe gebrannt. Das Image von Kunststoff leidet darunter mehr denn je. Dabei ist es nicht der Kunststoff von sich aus und auch nicht die Unternehmen aus der Kunststoffbranche, die die Meere belasten, sondern die „Hand“, die diese Wertstoffe verantwortungslos dort hinein wirft.

Es mangelt am breiten Wissen über die positiven Aspekte von Kunststoffen

Weil polymere Produkte längst auch Schlüsselfunktionen einnehmen und damit andere Werkstoffe und/oder Energie sparen, kommt unsere Milliarden Köpfe zählende Weltbevölkerung bis auf wenige Ausnahmen nicht mehr ohne diese Werkstoffe aus. Man denke nur an die medizinischen Anwendungen. Eine Möglichkeit, um den Blick vieler Mahner auf die Vorteile der vermeintlich gefährlichen Kunststoffen zu lenken, heißt Aufklärung und sachliche Diskussion sowie gesetzliche Weichenstellungen in Richtung gesicherte, geschlossene Materialkreisläufe. Denn von technischer Seite her ist heute schon viel möglich. Das, und noch mehr, will der Circular-Economy-Fokus, den die Messe Düsseldorf auf der K 2019 setzt, klar machen.

Die Chance für eine sachliche Debatte

Die Kunststoffindustrie verteidigt sich, muss zukunftsweisende Konzepte vorlegen, muss beweisen, dass sich Kunststoff und Umweltschutz vertragen, klagen Vertreter der Branche. Die Themen Sammelkonzepte- und Sammelquoten, Verwertungsverfahren, Recycling und Circular Economy sind deshalb „on Top“. Das erklärt, warum die Circular Economy zu den Leitthemen der diesjährigen Weltmesse K 2019 zählt. Den Messebesucher, heißt es, erwarten facettenreiche Präsentationen rund um die „grüne“ Thematik, denn die Branche hat, was viele nicht registrieren, in den letzten Jahren viele Verbesserungen auf den Weg gebracht, wie einige Beispiele belegen.

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Hoch gefragte „Bösewichter“

Die Experten informieren: Angesichts ihres schlechten Images, steigt die Nachfrage nach Kunststoffen – das ist fast schon Ironie – stetig an. So meldet Plastics Europe in seinem Report „Plastics – The Facts“, dass die weltweite Kunststoffproduktion im Jahr 2017 bei 348 Mio t und damit rund 4 % höher als 2016 lag. In Europa stieg die Produktionsmenge der 28 EU-Länder plus Norwegen und Schweiz von 60 auf 64,4 Mio. t (plus 7 %). Mit knapp einem Fünftel der weltweiten Produktionsleistung nimmt Europa damit Rang Zwei unter den Erzeugern ein, hinter China mit 29 % und vor der NAFTA-Region mit 18 %. Auch wenn aufgrund einer gewissen Konsolidierung die Zahl der Unternehmen in Europas Kunststoffbranche seit der letzten K auf etwa 60.000 leicht zurückgegangen ist, so hat sich die Mitarbeiterzahl erhöht: Im Jahr 2017 arbeiteten mehr als 1,5 Mio. Menschen in der Kunststoffbranche und erwirtschafteten einen stabilen Umsatz von rund 350 Mrd. Euro.

Verpackungen aus Kunststoff schonen Ressourcen

Ihre Einsatzfelder finden Kunststoffe zu fast 40 % in der Verpackungsbranche, wo sie den wichtigen Transportschutz übernehmen und die Haltbarkeit von Lebensmitteln sichern. In dieser Funktion leisten sie nach Aussage der Experten auch einen großen Beitrag zum Umweltschutz. Denn speziell in der Verpackungsbranche ist Kunststoff häufig das Material der Wahl, wenn es darum geht, Produkte und Leistungen ressourceneffizient bereit zu stellen. Vor allem in der Nutzungsphase sparen Kunststoffe die meisten Ressourcen ein, heißt es. Speziell dieser Aspekt wird häufig übersehen, wenn in der Diskussion die Frage der Ressourcenschonung allein auf den Umgang mit den Abfällen bezogen wird, so die Aussage der BKV GmbH aus Frankfurt.

Das Material mit dem wirksamsten Einspareffekt für CO2

Dies gilt auch für die zweite wichtige Abnehmerbranche der Kunststoffe, das Baugewerbe: dieser Sektor verbraucht fast 20 % aller Kunststoffe. Schließlich verwendeten die Automobilisten rund 10 % der Produktion und erreichten verglichen mit 2016 im Jahre darauf die höchsten Zuwachsraten. Besonders im Auto spielen Polymere ihre Vorteile aus, weil sie vergleichsweise leicht sind und sich ideal an die Anwendung anpassen lassen. So tragen sie maßgeblich zur Reduktion des CO2-Footprints bei.

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