Bedenkliche Entwicklung Aumovio fürchtet weitere Umsatzrückgänge in diesem Jahr

Quelle: dpa 3 min Lesedauer

Der Konjunkturmotor kommt einfach nicht richtig auf Touren. Das bereitet den Entscheidern des Automobilzulieferers Aumovio Kopfschmerzen und Standorte werden geschlossen.

Jobabbau und Abnabelung von der Mutter Continental drücken beim Automobilzulieferer Aumovio aufs Geschäftsergebnis. Auch Stellen und Standorte wird es kosten. Hier einiges zur Situation und zur Zukunft ...(Bild:  Aumovio)
Jobabbau und Abnabelung von der Mutter Continental drücken beim Automobilzulieferer Aumovio aufs Geschäftsergebnis. Auch Stellen und Standorte wird es kosten. Hier einiges zur Situation und zur Zukunft ...
(Bild: Aumovio)

Im laufenden Geschäftsjahr dürfte der Erlös von Aumovio, wie bereits befürchtet wird, erneut sinken. Einen Rückgang der Gewinnmarge aus dem Tagesgeschäft schließt das Management um Chef Philipp von Hirschheydt trotz des harten Sparkurses ebenfalls nicht aus. Denn die Marktbedingungen sind und bleiben höchstwahrscheinlich weiter schwierig. Auch deshalb wird der Konzern die angekündigte Reduzierung von Produktionsstandorten fortsetzen, hieß es weiter. Unter dem Strich kosteten der Konzernumbau und die Abspaltung von Continental viel Geld. Der Nettoverlust weitete sich aus. Die Aktie legte aber wegen einer überraschend guten Entwicklung der freien Finanzmittel zu. Das Papier gewann nach Handelsbeginn 2,6 Prozent (auf 37,48 Euro).

Aumovio geht von leichtem Rückgang im Fahrzeugbau aus

Wie die gesamte Branche, so leidet auch Aumovio, unter anderem Hersteller von Bremsen, Elektronik und Innenraumdisplays, unter der schwachen Nachfrage der Autokonzerne, weil die Produktion von Fahrzeugen weltweit weiter nicht recht in die Gänge kommt. Im vergangenen Jahr sei die Umsatzentwicklung im Kerngeschäft aber weitgehend konstant gewesen – wenn Verkäufe von Unternehmensteilen, Kapazitätsabbau und Wechselkurse ausgenommen würden. Insgesamt ging es aber um 5,6 Prozent (auf 18,55 Milliarden Euro) nach unten mit dem Erlös. In diesem Jahr dürften es dann nur 17 bis 18,5 Milliarden Euro auf bereinigter Basis werden – gerechnet ohne Geschäftsverkäufe. Aumovio geht heute von einem leichten Rückgang der weltweiten Produktion von Pkw und leichten Nutzfahrzeugen aus. Diese Meinung basiere auf Marktforschungsdaten. Das dürfte in Kombination mit einer schrumpfenden Zahl von Produktionsstätten und Teilverkäufen sowie mit verzögerten Hochläufen und Wechselkurseffekten in allen Sparten zu geringeren Erlösen führen, so die grobe Richtungsprognose. In Nordamerika belasteten, wie soll es auch anders sein, vor allem die von US-Präsident Donald Trump erhöhten Zölle.

Von 55 Aumovio-Werken sollen jetzt zehn verschwinden

Von Hirschheydt hat den Blick wegen des schwachen Abschneidens in den Vorjahren aber ohnehin eher auf die Profitabilität gerichtet, heißt es. Noch unter Continental-Ägide wurden schon 5.400 Verwaltungsjobs und 1.750 Stellen in der Forschung und Entwicklung gestrichen. Weitere 3.000 Jobs in Forschung und Entwicklung wurden zum Großteil schon bis Ende 2025 beendet. Und im Januar kündigte man darüber hinaus den weiteren Abbau von 4.000 Stellen in diesem Bereich an. Von weltweit 55 Produktionsstätten sollen demnach zehn wegfallen. Bei den noch laufenden Sparrunden gehen auch erneut Jobs in Deutschland verloren. Doch den Fokus der Stellenstreichungen richte Aumovio auf das Ausland.

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