Guter Stoff! Aus Hanf werden robuste Cellulosefasern

Redakteur: Peter Königsreuther

Am DITF Denkendorf beherrscht man das Nassspinnverfahren Highpercell. Es dient als technische Grundlage für die Herstellung umweltfreundlicher Textilfasern.

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Das ist getrockneter Hanf. Mit dem wird aber kein Unfug getrieben, weil Forschende am DITF Denkendorf daraus lieber Cellulosefasern machen.
Das ist getrockneter Hanf. Mit dem wird aber kein Unfug getrieben, weil Forschende am DITF Denkendorf daraus lieber Cellulosefasern machen.
(Bild: RBX Creations)

Der Hanf respektive der Zellstoff aus dem die umweltfreundlichen Cellulosefasern am DITF Denkendorf gesponnen werden, stammt nach Aussage der am zugrunde liegenden Projekt ELIT beteiligten Experten aus umweltverträglicher Bewirtschaftung. Und mithilfe des Highpercell-Verfahrens wird das Ausgangsmaterial Hanfzellstoff, den man aus dem Hanf gewonnen hat, zunächst in ionischen Flüssigkeiten aufgelöst. Aus dieser Lösung lassen sich dann die Cellulosefasern spinnen, heißt es. Das ionische Lösungsmittel wird als ungiftig und ebenso umweltverträglich bezeichnet.

Hanf wird komplett nutzbar gemacht

Die technischen Eigenschaften der mittels der so erzeugten hanfbasierten Cellulosefasern, die insbesondere mir ihrer Zugfestigkeit und ihren Elastizitäts- und Dehnungs-Charakteristika punkteten, machten sie auch für industrielle Anwendungen tauglich. Diese Möglichkeiten steigert nach Aussage der Beteiligten auch die Wertschöpfung für den Hanfanbau deutlich. Der Hanf an sich werde so möglichst vollständig nutzbar, heißt es.

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Das Hanfmaterial wird in Kooperation mit der französischen Unternehmen RBX Créations aus Neuillac aus ökologischer Bewirtschaftung auf französischen Agrarflächen gewonnen, wie man weiter erfährt. RBX Créations arbeitet laut DITF mit Produzenten zusammen, die sich umweltfreundlichen und bodenschonenden Anbauverfahren verschrieben haben. Auch verzichteten sie auf künstliche Bewässerung und Pflanzenschutzmittel.

Dieser Stoff erfüllt so manchen Wunsch

Die auf dieser Basis entwickelten Fasern werden unter der Marke Iroony direkt zum Textil verwebt oder gestrickt. Sie können auch zu Stapelfasern und Garnen verarbeitet werden, erklärt das DITF. Mögliche Anwendungen außer hochqualitative Bekleidung fänden sich auch im Casual- und Sportswear-Sektor. So soll die wachsende Nachfrage etablierten Marken und der Verbraucher nach umweltverträglicheren Produkten beantwortet werden.

Die richtungsweisenden Inhalte der Projektvorstellung wurden übrigens mit dem „Natural Fibrenamics Award 2021“ ausgezeichnet.

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