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Die Aufgabenstellung, sagt Prozessentwickler Michael Krug von Brady, lautete somit, die händische Etikettierung durch eine automatische Lösung zu ersetzen. Dies ist kein Standard-Prozessschritt, sondern ein mechanisch komplexer Vorgang – unter anderem wegen des beschränkten Zugangs zum Werkstück, das per Förderband die Prüf- und Fertigungsstationen durchläuft und zur Bearbeitung jeweils aus dem Werkstückträger herausgehoben wird.
Druck- und Etikettiervorgang nimmt keinen Rückgriff auf die übergeordnete Steuerung
Bei der Einrichtung der Fertigung vor etwa zwölf Jahren, so Krug, war die Etikettierungstechnik nicht so weit ausgereift, dass eine automatische Lösung sinnvoll und ökonomisch gewesen wäre. Der Prozess ist anspruchsvoll, weil die Oberfläche des Bremsventils gewölbt ist mit weiteren, halbkreisförmigen Ausformungen. Beim Kleben auf gewölbten Oberflächen muss das Etikett entweder flach aufgebracht und in einer oder mehreren Richtungen angebürstet werden – was auf einen manuellen Prozess hinausläuft. Alternativ wird das Etikett mit einem passend gekrümmten Vakuumwerkzeug oder Stempel vollflächig angedrückt. Dabei müssen sich beide Wölbungen geometrisch exakt entsprechen.
Eine weitere Komplikation war die autarke Eingliederung der Druck- und Etikettierstation in die nicht veränderbare Fertigungslinie. Die Linie sollte weiterhin von der etablierten globalen Steuerlösung mit Siemens-SPS betrieben werden. Der Druck- und Etikettiervorgang muss also ohne Rückgriff auf die übergeordnete Steuerung ablaufen. Auch dies wegen der geforderten Prozesssicherheit. Diese komplexen Anforderungen, die zum Teil erst während der Entwicklung der Etikettierstation und des Probebetriebs definiert wurden, führten zu der von Brady vorgeschlagenen und mit weiteren Zulieferern erstellten autarken Lösung.
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