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Heidenhain

Batch Prozess Manager erhöht Effizienz in der Fertigung

| Autor/ Redakteur: Ulrich Poestgens / Reinhold Schäfer

Ein vollautomatisiertes Bearbeitungszentrum sorgt in Verbindung mit einem Batch Process Manager bei einem Stanz- und Umformtechnikunternehmen in Lennestadt für wirtschaftliche und technische Vorteile.

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Ein 5-Achs-HSC-Bearbeitungszentrums inklusive großem Werkzeugwechselsystem, Palettensystem und Roboter soll einem Stanz- und Umformtechnikunternehmen zukünftig auch eine mannlose Schicht ernöglichen.
Ein 5-Achs-HSC-Bearbeitungszentrums inklusive großem Werkzeugwechselsystem, Palettensystem und Roboter soll einem Stanz- und Umformtechnikunternehmen zukünftig auch eine mannlose Schicht ernöglichen.
(Bild: Heidenhain)

Auf einen Blick

  • Weil beim Werkzeugbau auch immer die Kosten im Fokus stehen, sollte die neue Anlage einen hohen Automatisierungsgrad erreichen
  • In Sachen Effizienz organisiert der Batch Process Manager das Auftragsmanagement der Anlage einfach, übersichtlich und flexibel.
  • Das Einschieben von Aufträgen oder das Ändern der Reihenfolge ist mit ihm kein Problem mehr.

Hartbearbeitung, 5-Achs-Bearbeitung, HSC-Bearbeitung, Einzelteilfertigung und Kleinserien mit meist drei bis fünf, maximal zehn Werkstücken – die Beschreibung des Arbeitsalltags im Werkzeugbau von Dömer klingt wie das Who-is-who komplexer Bearbeitungsstrategien. Hinzu kommen schwer zerspanbare, zähe Werkstoffe und die Forderung nach perfekten Oberflächen und hoher Konturgenauigkeit. Dazu kommen kurzfristige Umstellungen des geplanten Fertigungsablaufs im Werkzeugbau. Denn der ist nicht nur für neue Werkzeuge zuständig, sondern auch für schnellen Ersatz, wenn eine Form den gewaltigen Kräften der Stanzmaschinen doch einmal nicht standgehalten hat.

Mit mannlosen Schichten die Kosten beherrschen

Dirk Schröder, Leiter des Werkzeugbaus, und zwei Mitarbeiter bewältigen diesen anspruchsvollen Job mit Unterstützung eines 5-Achs-HSC-Bearbeitungszentrums von OPS-Ingersoll inklusive großem Werkzeugwechselsystem, Palettensystem und Roboter. Die Entscheidungskriterien für diese Investition fasst Michael Dammer, Geschäftsführer von Dömer Stanz- und Umformtechnologie, kurz, knapp und nachvollziehbar zusammen: „Wir wollen stanzen. Für das Stanzen brauchen wir Werkzeuge. Und jedes dieser Werkzeuge ist erstmal ein Einzelstück, individuell auf den Artikel angepasst, den wir damit fertigen wollen.“ Weil beim Werkzeugbau auch immer die Kosten im Fokus stehen, sollte die neue Anlage einen hohen Automatisierungsgrad erreichen. „Mein Wunsch war eine mit Mitarbeitern besetzte Frühschicht, gefolgt von zwei mannlosen Schichten, in denen die Maschine vollautomatisch arbeitet“, ergänzt Michael Dammer das Anforderungsprofil.

Ganz erreicht hat Dömer dieses Ziel noch nicht. Aber Michael Dammer sieht die Fortschritte und bereut die Anschaffung nicht einen Augenblick: „Wir haben die Anlage seit etwa einem Jahr im Haus, seit einem halben Jahr arbeiten wir damit produktiv. Und ich bin absolut optimistisch, dass wir im Laufe dieses Jahres in die mannlose dritte Schicht gehen.“ Für Dirk Schröder keine unrealistische Perspektive: „Aktuell erreichen wir schon 14 Stunden Spindellaufzeit am Tag, parallel dazu können wir rüsten.“

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Umrüsten war früher ein Zeitfresser

In Sachen Effizienz ist vor allem der Batch Process Manager der Heidenhain TNC 640 die treibende Kraft. Er organisiert das Auftragsmanagement der Anlage einfach, übersichtlich und flexibel, denn das Einschieben von Aufträgen oder das Ändern der Reihenfolge ist mit ihm kein Problem mehr. „Mit dem Batch Process Manager arbeiten wir so, wie der tägliche Arbeitsablauf in der Praxis nun einmal ist“, beschreibt Dirk Schröder die Abläufe: „Geplant sind drei Aufträge und dann kommen zwei andere dazwischen. Früher musste man das alles hintereinander weg neu schreiben, neu rüsten, neu bestücken.“

Das war vor allem bei komplexen Werkstücken ein Problem. Denn deren reinen Bearbeitungszeiten standen oft sehr lange Programmierzeiten gegenüber. „Umrüsten war deshalb früher ein Zeitfresser hoch zehn. Aber das gibt’s jetzt nicht mehr. Hier ist immer eingerichtet – für alles“, freut sich Dirk Schröder. Dafür hält der große Werkzeugwechsler ausreichend Schwesterwerkzeuge bereit. „Bei uns liegt kein einziges Bearbeitungswerkzeug in der Werkbank. Sie sind immer alle in der Maschine. Dadurch müssen wir ein Werkstück nur noch programmieren und die Palette ins Regal stellen. Dann drücken wir auf NC-Start und die Bearbeitung geht los.“

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