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Energieproduktivität in Deutschland zu niedrig
Die Bundesregierung will bis 2020 sowohl die gesamtwirtschaftliche Energie- als auch die Rohstoffproduktivität verdoppeln. Laut Statistischem Bundesamt hat sich die Energieproduktivität in Deutschland zwischen 1990 und 2010 zwar um 38,6% erhöht.
Seit 2000 ist sie im Jahresdurchschnitt aber nur noch um 1,1% gestiegen – um das politische Ziel zu erreichen, müsste sich die Quote mehr als verdreifachen. Die Rohstoffproduktivität stieg zwischen 1994 und 2009 um 46,8% – auch dieser Indikator müsste in den kommenden Jahren deutlich an Tempo zulegen, um die politischen Ziele zu erreichen.
Dennoch gibt es Hemmnisse, die Unternehmen daran hindern, in die eigene betriebliche Effizienz zu investieren. Da ist zunächst das Business-as-usual: Dem Management von Energie und Ressourcen wird traditionell weniger Aufmerksamkeit gewidmet als beispielsweise der Produktqualität oder den Lohnkosten.
Kleineren Betrieben fehlt oft die Kapazität für Effizienzmaßnahmen
Das gilt insbesondere für kleine und mittlere Betriebe. „Kleine Betriebe“, weiß Marcus Lodde von der Effizienzagentur in Duisburg. „arbeiten mit ihrem Personal oft am Anschlag.“ Meist gibt es keinen Verantwortlichen für Effizienzfragen. Oder es fehlen schlichtweg die Kompetenzen oder die Zeit, über Verbesserungen nachzudenken oder Vorschläge in die Praxis umzusetzen. Eine wesentliche Hürde ist auch, dass Investitionen und Energie- und Rohstoffkosten aus unterschiedlichen Budgets finanziert und von getrennten Organisationseinheiten verwaltet werden.
Dazu kommt, dass schlichtes Energiesparen noch relativ einfach umzusetzen ist. Bei der Ressourceneffizienz dagegen ist das Bild deutlich komplexer. Denn es geht um ganz verschiedene Ressourcen, für die es keine universelle, umweltrelevante Messgröße wie Kilowattstunden oder CO2-Äquivalente gibt. Kostenreduktionspotenziale liegen oft auch nicht eindeutig offen, sondern müssen gezielt gesucht und gemanagt werden. Effizienzsteigernde Anlagen und Maschinen haben es laut Lodde auch oft deshalb schwer, weil entsprechende Maßnahmen oder Umstellungen anfangs noch ohne Referenz sind.
Investitionen in Ressourceneffizienz bringen meist sehr gute Ergebnisse
Wenn ein Betrieb in Effizienz investiert, sind die Ergebnisse meist beeindruckend. Ein Beispiel sind die Edelstahlwerke Schmees in Langenfeld, die Produkte für Pumpen und Turbinen, die Nahrungsmittel- und Pharmaindustrie herstellen. Das Unternehmen installierte 2010 eine Pfannenaufheizstation mit einem neuartigen Porenbrenner der Promeos GmbH. Die Wärme wird seither nicht mehr über eine offene Erdgasflamme, sondern auf keramikgefüllte Stahlrohre übertragen, die die Transportpfannen durch Infrarotstrahlung und Konvektion schnell, gleichmäßig und zugleich schonend erhitzen.
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