Suchen

Ressourceneffizienz

Beim Verbrauch von Energie und Ressourcen gilt: weniger ist mehr

| Autor/ Redakteur: Christa Friedl / Claudia Otto

Deutsche Unternehmen vergeuden noch immer teure Energie und Rohstoffe. Doch der Druck wächst – sowohl durch die Politik als auch aus dem Markt. Mit einem Ressourceneffizienzprogramm möchte die Bundesregierung bis 2020 die gesamtwirtschaftliche Energieproduktivität wie auch die Rohstoffproduktivität verdoppeln.

Firmen zum Thema

Mit dem neuen Schwerkraftgussofen können bei Tital auch Titanbauteile bis 1500 mm Durchmesser gegossen werden − für Kunden aus der Luftfahrt ein großer Wettbewerbsvorteil. (Bild: Tital)
Mit dem neuen Schwerkraftgussofen können bei Tital auch Titanbauteile bis 1500 mm Durchmesser gegossen werden − für Kunden aus der Luftfahrt ein großer Wettbewerbsvorteil. (Bild: Tital)

Effizienz boomt. Die Flut an Veranstaltungen, Förderprogrammen, Internetportalen, Studien und Wettbewerben rund um effizientes Wirtschaften war noch nie so groß. Auch Michael Colberg spricht gern über das Thema. Der Standortleiter des Mercedes-Benz-Werkes in Düsseldorf ist Mitglied im Industriekreis Düsseldorf – einem Zusammenschluss von 25 Firmen, die bis 2020 rund ein Viertel ihrer spezifischen CO2-Emissionen einsparen wollen.

Bei Mercedes-Benz wird ab Sommer ein 17-MW-Blockheizkraftwerk die Hälfte des notwendigen Stroms und einen Großteil der Prozesswärme für die Sprinter-Fertigung liefern. Die spezifischen CO2-Emissionen des Standorts sinken um 32.000 t pro Jahr, der Primärenergieverbrauch um 20%. „Die Kosten von rund 13 Mio. Euro amortisieren sich schon nach zweieinhalb Jahren“, freut sich Colberg.

Bildergalerie

Gerade KMU können Vorreiter der Ressourceneffizienz sein

Die Vorteile von effizientem Wirtschaften sind bekannt: Umweltbelastungen sinken, gleichzeitig verbessert der sparsame Einsatz von Rohstoffen und Energie innerbetriebliche Prozesse und mindert dauerhaft Kosten. „Gerade kleine und mittelgroße Unternehmen können Vorreiter der Ressourceneffizienz sein und damit ihre Wettbewerbsposition verbessern“, glaubt Katherina Reiche, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesumweltministerium.

Am Bewusstsein hakt es nicht. Eine Umfrage des Ifo-Instituts bei 2400 Betrieben aus dem verarbeitenden Gewerbe zeigt, dass bei zwei Dritteln die Effizienzfrage sowohl in der eigenen Produktion als auch bei den Kunden von Jahr zu Jahr an Bedeutung gewinnt. Laut Eurobarometer rechnen sogar 90% der befragten europäischen Unternehmen bei Rohstoffen mit weiter wachsenden Kosten.

Wirtschaft vergeudet 100 Mrd. Euro pro Jahr für Rohstoffe

Die Praxis allerdings zeigt noch eher bescheidene Fortschritte. In Deutschland könnten Schätzungen zufolge etwa 15% an Energie und 20% der verbrauchten Rohstoffe eingespart werden. Immer noch vergeudet die deutsche Wirtschaft Energie für rund 5 Mrd. Euro und Rohstoffe für schätzungsweise bis zu 100 Mrd. Euro. Ende Februar verabschiedete das Bundeskabinett ein umfassendes Ressourceneffizienzprogramm. Ziel von „Prog-Ress“ ist es, durch Marktanreize und Beratung die Rohstoffproduktivität der deutschen Wirtschaft voranzubringen.

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Kontaktieren Sie uns über: support.vogel.de (ID: 32523660)