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Konsortial-Benchmarking

Benchmarking-Projekt vermittelt Erfolgsgeheimnisse guter Einkäufer

| Autor/ Redakteur: Sascha Klappert und Jennifer Kreysa / Claudia Otto

Beschaffungsvolumina steigen kontinuierlich an, dabei verlagern sich die technischen Kenntnisse immer mehr auf die Zulieferer. Der Erfolg eines Unternehmens hängt deshalb in zunehmenden Maße von der Auswahl der richtigen Lieferanten ab. Im Rahmen eines Benchmarking-Projekts können Unternehmen von den erfolgreichen Einkaufsstrukturen anderer profitieren.

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Kosten- statt Preisreduktion führt im Einkauf zum Erfolg. Quelle: IPT
Kosten- statt Preisreduktion führt im Einkauf zum Erfolg. Quelle: IPT
( Archiv: Vogel Business Media )

Komplexität und Funktionalität der bei Zulieferern beschafften Güter haben in den vergangenen Jahren zum Teil erheblich zugenommen. Bei hochanspruchsvollen Komponenten klafft der Informationsstand zwischen Einkäufern und Lieferanten oft stark auseinander: Während der Lieferant detaillierte Kenntnisse über das Qualitäts- und Kostenniveau seiner Produkte hat, vermag der Einkäufer häufig nur einen marktüblichen Qualitätsstandard einzuschätzen und einen entsprechenden Marktpreis zu bilden.

Gute Lieferanten geraten ins Hintertreffen

Diese Informationsasymmetrie führt zu so genannter adverser Selektion: Gute Lieferanten werden vom Markt verdrängt, während schlechte am Markt verbleiben. Gelingt es dem Einkauf nicht, diese Informationsmissstände abzubauen, so beraubt er sich langfristig seiner guten Lieferantenbasis. Der Abbau von Informationsdefiziten ist somit zur zentralen Aufgabe des Einkaufs geworden.

Im Rahmen eines im Jahr 2007 bereits zum wiederholten Mal durchgeführten Benchmarking-Projekts hat sich das Fraunhofer-Institut für Produktionstechnologie (IPT) zusammen mit acht Konsortialpartnern verschiedener Branchen dieser Thematik angenommen. Dabei wurden besonders erfolgreiche Einkaufsabteilungen identifiziert und deren Methoden analysiert.

Diese reichen von Lieferantenaudits und der Einbindung von Entwicklungslieferanten über fundierte Kosten- und Prozessanalysen bis zur Qualifikation der eigenen Mitarbeiter. Am Ende des Projekts wurden die identifizierten Einzelmaßnahmen zu zehn Erfolgsfaktoren zusammengefasst, die wegweisend für moderne Einkaufsorganisationen sind (siehe Checkliste zum Herunterladen am Ende des Artikels).

Der erste Schritte zum Erfolg: Kosten statt Preise reduzieren

Dass reine Preisreduktionen langfristig nicht zum Erfolg führen, haben inzwischen die meisten Einkaufsabteilungen verstanden. Insbesondere bei komplexen Beschaffungsgütern sind signifikante Kosteneinsparungen in der Regel nur gemeinsam mit den Lieferanten möglich.

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