Additive Fertigung Best Practice beim Kauf von Bauteilen aus dem 3D-Drucker
3D-Druck wird auch in der Industrie immer häufiger zur Herstellung von Serienbauteilen genutzt. Viele Unternehmen möchten die Technologien nutzen, schrecken jedoch vor hohen Investitionen zurück. Es existieren aber Dienstleister, die Teile im Auftrag fertigen. Beim Einkauf gilt es allerdings einige Punkte zu beachten.
Anbieter zum Thema

3D-Druck, im Fachbegriff additive Fertigung, steht für eine Reihe von Techniken, die Bauteile direkt aus digitalen 3D-Dateien Schicht um Schicht aufbauen. In letzter Zeit mehren sich die Berichte über erfolgreiche Anwendungen. Dabei geht es nicht mehr nur um Prototypen, sondern auch um die Herstellung von Kleinserien oder Bauteilen mit komplexer Geometrie. Viele Firmen möchten die Verfahren nutzen und überlegen wie. Sie haben die Wahl, Bauteile von einem Dienstleister erstellen zu lassen – dafür sprechen einige Fakten – oder selbst zu investieren.
Unter 3D-Druck versteht man mehrere unterschiedliche additive Verfahren
Zum ersten ist es wichtig zu verstehen, dass 3D-Druck oder additive Fertigung nicht eine Technologie ist, sondern für eine ganze Reihe zum Teil sehr unterschiedlicher Verfahren steht. Gemeinsam ist ihnen, dass sie Teile direkt aus den digitalen 3D-Dateien Schicht um Schicht aufbauen. Bild 2 zeigt eine Übersicht über die zehn gängigsten Verfahren. Mit diesen können Teile in verschiedenen Materialien, wie beispielsweise Metall, Kunststoff oder Keramik, mit unterschiedlichen Eigenschaften hergestellt werden. Je nach Anwendung ist ein anderes Verfahren zu wählen.
Der Vorteil bei der Zusammenarbeit mit Dienstleistern ist eine maximale Flexibilität, denn es kann immer das optimale Verfahren für eine Anwendung genutzt werden. Will eine Firma selbst investieren, muss sie sich für ein oder einige wenige Verfahren entscheiden.
Hohe Auslastung der 3D-Drucker senkt die Bauteilkosten
Additive Fertigungsverfahren sind parallele Produktionsprozesse. Das heißt, mehrere unterschiedliche Teile werden zusammen in einem Los, das man „Build“ nennt, gefertigt. Je besser der jeweilige Build ausgelastet ist, desto niedriger sind die Kosten pro Bauteil. Kombiniert werden können aber nur Teile im gleichen Material. Dienstleistern fällt es meist leichter, eine hohe Auslastung durch die Kombination von Aufträgen verschiedener Kunden zu erzielen. Deshalb können sie häufig für einen geringeren Teilepreis produzieren als derjenige, der seine Teile selbst im Haus fertigt.
Professionelle 3D-Drucker sind mit Anschaffungspreisen zwischen 100.000 und 1 Mio. Euro teuer und die Techniklebenszyklen kurz. Da die Maschinen schnell veralten, werden sie meist über wenige Jahre abgeschrieben. Auch aus diesem Grund ist eine hohe Auslastung ein zentraler Aspekt.
Zuletzt wird viel spezifisches Know-how benötigt, denn anders als in den Medien suggeriert, ist 3D-Druck bei weitem keine „Plug-and-Play“-Anwendung. Ein optimales Resultat kann nur dank der Erfahrung des Maschinenoperateurs erzielt werden. Auch hier sind Dienstleister häufig im Vorteil. Eine Investition in die additive Fertigung lohnt sich aber dann, wenn diese Fertigungstechnik einen kompetitiven Vorteil darstellt oder in Zukunft darstellen soll. Ansonsten sprechen die oben stehenden Punkte für die Zusammenarbeit mit Dienstleistern.
(ID:42565881)