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Blech als Werkzeug

Blechernes „Großfallbeil“ beseitigt Schiffswracks

| Autor/ Redakteur: Ursula Herrling-Tusch / Peter Königsreuther

Wenn havarierte Schiffe schnell geborgen werden sollen, dann lassen es die dafür ausgebildeten Experten förmlich krachen. Und zwar mit 150 mm dicken und über 14,5 m² großen „Blechmessern“.

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18 t schwere Blechplatten werden als „Fallbeile“ verwendet, wenn havarierte Containerschiffe schnell beseitigt werden müssen. Ein niederländischer Abwrackspezialist brauchte schnellen Nachschub in Form von zwei Großblechen. Der kam dann auch ziemlich flott aus der Hand von Jebens.
18 t schwere Blechplatten werden als „Fallbeile“ verwendet, wenn havarierte Containerschiffe schnell beseitigt werden müssen. Ein niederländischer Abwrackspezialist brauchte schnellen Nachschub in Form von zwei Großblechen. Der kam dann auch ziemlich flott aus der Hand von Jebens.
(Bild: Watse Roorda)

Die Beseitigung havarierter Schiffe muss oft schnell gehen - erst recht, wenn diese in einer viel befahrenen Hafenzufahrt gesunken sind. Das niederländische Unternehmen Koole Contractors ist auf maritime Wrackbeseitigung und industrielle Abbrucharbeiten spezialisiert. Für die Demontage eines gesunkenen Containerschiffs im Eingang eines libyschen Hafens benötigte der Bergungsspezialist dringend zwei 7700 mm lange, 1900 mm breite und 150 mm dicke Stahlbleche. Mit der Jebens GmbH hat er eine Partnerin, die solche Bleche lagermäßig bereithält und in kürzester Zeit bearbeiten kann.

Heikle Bergungssituation in mehrerlei Hinsicht

Im Jahre 1988 gründete Paul Koole in Vijfhuizen Koole Contractors. Heute zählt das von ihm geführte Familienunternehmen in den Benelux-Ländern zu den führenden Unternehmen für Abbrucharbeiten in der chemischen, petrochemischen, Energie- und Metallindustrie. Eine führende Rolle nimmt die Firma international auch bei der Beseitigung havarierter Schiffe ein. Mit 120 Mitarbeitern ist der Spezialbetrieb weltweit im Einsatz. Herausfordernde Projekte und innovative Lösungen mit entsprechend schwerer Ausrüstung kennzeichnen das Tagesgeschäft. Die Beseitigung des Wracks eines Containerschiffs in einer Hafenzufahrt war dennoch für Koole Contractors alles andere als Alltag. Rund 140 m lang und 23 m breit, war das Wrack. Gemessen an den heute erreichten Ausmaßen dieser Schiffe zwar nur mittelgroß, doch erforderte die Havarie in der frequentierten Hafenzufahrt eine schnelle Wrackbeseitigung, um den Schiffsverkehr in diesem sensiblen Bereich nicht zu gefährden. Zusätzlich erschwert wurde der Wettlauf gegen die Zeit durch die politisch instabile Lage in Libyen sowie witterungs- und jahreszeitbedingt herausfordernde Wasser- und Windverhältnisse. Weil zugleich jeder Einsatztag von Mannschaft und Bergungsausrüstung mit hohen Kosten verbunden ist, muss auch bei so schwierigen Rahmenbedingungen maximale Produktivität gewährleistet sein.

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Per Kran wird aus einer Blechplatte ein Riesenfallbeil

Bei einem Totalausfall wie bei dem Containerschiff vor Libyen wird der Havarist zunächst vor Ort entladen und häufig anschließend direkt in seine Einzelteile zerlegt. So können die Fragmente des Stück für Stück auseinandergeschnittenen Kolosses einzeln gehoben und abtransportiert werden. Eine Herkulesaufgabe, die entsprechend hohe Anforderungen an die Spezialisten und ihre Ausrüstung stellt. Als Schneidwerkzeug dient ein möglichst großes und schweres Blech, das an einem Spezialkran hochgezogen und in großer Höhe ausgeklinkt wird. Durch die Fallhöhe - im libyschen Hafen auf 8 m Wassertiefe - und das Eigengewicht verwandelt sich das Blech in ein hocheffektives Trennwerkzeug. Die dabei einwirkenden Kräfte setzen ihm ebenso wie die Wassertiefe und der Salzgehalt im Wasser langsam aber stetig zu, sodass es am Lebenszyklusende unvermutet brechen kann. Ein solcher Spontanbruch passierte bei dem Einsatz von Koole Contractors im lybischen Hafen. Um dennoch weiterarbeiten zu können, schnitt der Bergungsspezialist das Blech an der Bruchstelle ab - mit der Folge, dass es für die benötigte Durchschlagkraft nicht mehr das erforderliche Gewicht hatte. Weil alle anderen Bleche bei Parallelprojekten von Koole Contractors in Norwegen, in den Niederlanden und bei den amerikanischen Jungferninseln östlich von Puerto Rico in der Karibik im Einsatz waren, musste dringend für Ersatz gesorgt werden.

Blechlieferant als Nothelfer für den Nothelfer

Als Retter in der Not erwies sich Jebens mit seinem Instrument namens Speed-Aufträge: Für ausgewählte Aufträge - in begrenzter Anzahl und mit geringer Komplexität - bietet der Brennschneidspezialist extrem verkürzte Lieferzeiten. Als Basis dafür dient ein klar definierter Prozessablauf von der Auftragsannahme bis zur Warenübergabe und eins der größten Lager in Europa mit großen und 150 mm oder noch dickeren Blechen. Eines Tages ging bei Jebens um 14:00 Uhr die dringende Anfrage von Koole Contractors ein. Sie umfasste die beiden Bleche mit einem Gewicht von 18 t samt Brennschnitt, inklusive Lochanfertigung für die Aufhängung der Bleche und das Verputzen. Beide Bleche mussten in der Folgewoche, also acht Tage später, im Hafen von Malta das Schiff nach Libyen erreichen. Diese ohnehin enge Zeitschiene wurde durch einen Feiertag in einigen Ländern noch ambitionierter. Bereits um 15:20 Uhr lag Koole Contractors am Tag der Anfrage das Angebot von Jebens mit einer Lieferzeit von vier Tagen vor. Um 16:00 Uhr erhielt der Brennschneidspezialist den Auftrag und bestätigte ihn am Freitagmorgen um 8:00 Uhr mit Bereitstellung der Bleche am späten Nachmittag des vierten Tages nach Auftragseingang. Fristgerecht übernahm der Spediteur die fertig bearbeiteten Bleche zum Transport nach Malta.

Bei Koole Contractors gehören vergleichbare Notsituationen zum Alltag. Deshalb ist Jebens schon seit über fünf Jahren bewährter Lieferant für diese Ausrüstungskomponenten.

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