Zerspanung

Bohrer sind Treiber für Prozessinnovationen

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Kantengeometrie und Schneidstoff

sind entscheidend für den Erfolg

Wie bei den meisten Anwendungen ist auch beim Bohren von Verbundwerkstoffen die bestmögliche Kombination aus Schneidkantengeometrie und Schneidstoff des Werkzeugs entscheidend für das erfolgreiche Zerspanen. Aufgrund der Faserhärte haben Verbundwerkstoffe stark abrasive Eigenschaften. Eingebunden in die festigkeitsschwächere Matrix (Harz) laufen Fasern Gefahr, herausgezogen zu werden.

Weitere Risiken sind ein elastischer Versatz oder ein Bruch in den Zwischenlagen. Dies macht den Bohrungseintritt, den Bohrungsaustritt und die Seitenwände anfällig für Beschädigungen. Das kann dazu führen, dass Komponenten aufgrund schlechter Qualität aussortiert werden müssen. Sind Sandwichstrukturen mit metallischen Schichten (zum Beispiel Titan oder Aluminium) zu bearbeiten, muss das Werkzeug außerdem über einen größeren technischen Eingriffsbereich verfügen.

Trotz Berücksichtigung der spezifischen Werkstoffeigenschaften bleiben Testläufe ein essenzieller Bestandteil bei der Festlegung der Werkzeuge und der richtigen Schnittdaten. Obwohl die Werkzeugstandzeit der bedeutendste Faktor ist, werden optimierte Schnittdaten und Effizienz zunehmend wichtiger. Sogar dann, wenn man Erfahrung in der Zerspanung von Verbundwerkstoffen hat, erfordert die Bearbeitung eines jeden neuen Werkstoffs, dass man sich grundlegend damit auseinandersetzt, um die beste Bearbeitungsmethode herauszufinden. Verbundwerkstoffe sind keine homogenen Materialien. Die Spannweite ihrer maschinellen Bearbeitbarkeit ist größer als die von Stahl.

Teure Komponenten verlangen sichere Prozesse

Die Beibehaltung der Maßhaltigkeit und die Kontrolle der Oberflächengüte sind entscheidende Faktoren bei der Werkzeugwahl – genau wie die Frage, wie viele Bohrungsdurchgänge benötigt werden und ob man zum Beispiel vorbohren, aufbohren und/oder reiben muss. Auch die Zuverlässigkeit ist ein Thema bei der Werkzeugwahl, weil inakzeptable Bohrungen zu kostspieligen Korrekturmaßnahmen innerhalb des Herstellungsprozesses führen.

Teure Komponenten verlangen sichere Prozesse. Produktivität durch konstant hochwertige Resultate ist das Ziel. Die Auslegung, Leistungsfähigkeit und Stabilität der Bearbeitungsmaschinen sind weitere Faktoren, die eine Werkzeugauswahl beeinflussen. In Bezug auf Werkzeugkosten ist die Anzahl der zu produzierenden Bohrungen ein wichtiger Aspekt. Sie beeinflusst die Wahl des Werkzeugs, weil eine große Anzahl von Bohrungen in nur einem Verbundwerkstoff ein optimiertes, oft teureres Werkzeug erfordert, wenn sie effizient sein soll.

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