Zerspanung

Bohrer sind Treiber für Prozessinnovationen

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Die Vein Technology ermöglicht Schneidgeometrievarianten, die mit konventionellen PKD-Bohreinsätzen nur schwierig oder überhaupt nicht herstellbar sind. Zusätzlich erhöht sie die Flexibilität in der Werkzeugkonstruktion. Dadurch lässt sich eine Reihe von Herausforderungen meistern: vom einfacheren Rüsten bis zum stabilen Bohren von Präzisionslöchern.

Corodrill 856 wurde für die Bearbeitung harzhaltiger Verbundwerkstoffe entwickelt

Inzwischen enthält der Markt eine Auswahl moderner Standard- und Tailor-made-Werkzeuge sowie Sonderlösungen, zum Beispiel Bohrer mit PKD-Beschichtung, mit unterschiedlichen Schneidgeometrien für alle Werkstoff- und Zerspanungsanforderungen. Tailor-made-Werkzeuge werden von Sandvik Coromant auf die Bearbeitung bestimmter Werkstoffe oder die Durchführung spezieller Prozesse optimiert. Als Standardlösung hat Sandvik Coromant unter anderem zwei Bohrer im Programm, mit denen Bearbeitungsprozesse optimiert und das Rüsten sowohl an als auch außerhalb der Maschine vereinfacht werden kann:

Der Bohrer Corodrill 854 eignet sich am besten für faserige Verbundwerkstoffe, weil er das Ausfransen des Bohrlochs reduziert. Er hat außerdem zwei „Dorne“ an der Außenseite, um Fasern zu durchdringen und so ein Splittern zu verhindern. Darüber hinaus lassen sich mit dem Bohrer Sandwichstrukturen mit Aluminiumschichten bearbeiten.

Im Vergleich dazu wurde der Bohrer Corodrill 856 speziell für die Bearbeitung harzhaltiger Verbundwerkstoffe entwickelt. Die doppelt abgewinkelte Schneidgeometrie ermöglicht weichere Lochsein- und -austritte und vermindert somit Delamination. Auch dieses Werkzeug eignet sich für Bohrungen in Glasfaser-Verbundwerkstoffen.

Für Composites enthält der Markt Standard- bis Sonderlösungen

Geht es um Verbundwerkstoffe sowie Sandwichstrukturen mit Aluminiumschichten, sind oft Semistandardwerkzeuge die richtige Wahl. In der Luft- und Raumfahrttechnik werden Aluminiumschichten als Schutz gegen Blitzeinschlag auf Faserverbundwerkstoffe aufgebracht. Semistandardwerkzeuge machen den Weg frei für vielseitige Bearbeitungsoptionen. Auch für stark harzhaltige Werkstoffe bieten sie oft die beste Lösung.

Resümierend kann festgestellt werden, dass die Auswahl der passenden Werkzeuge entscheidend für erfolgreiche Bohrungen in Verbundwerkstoffen und Sandwichstrukturen ist. Die Anforderungen, die an die Bearbeitungsqualität, Reproduzierbarkeit, Standzeit, Prozesssicherheit und Durchlaufzeit gestellt werden, erfordern Werkzeugkonzepte, die auf Basis langjähriger Erfahrung sowie umfassender Forschung und Entwicklung entstanden sind.

Zwei Unternehmen, die sich als Spezialisten auf diesem Gebiet zusammengetan haben, um ihre Ressourcen zu bündeln und Werkzeugkonzepte weiterzuentwickeln, sind Sandvik Coromant und Precorp. Die Bandbreite der beiden Werkzeughersteller reicht von innovativen Standardlösungen bis zu PKD-Sonderwerkzeugen. Sie deckt das ganze Spektrum möglicher Bearbeitungsaufgaben von heute am Markt befindlichen Verbundwerkstoffen ab.

* Dirk Schmidt ist Teamleiter Business Segment Aerospace bei der Sandvik Tooling Deutschland GmbH in 40549 Düsseldorf.

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