Radikalkur Bosch-Werk Nürnberg verliert Hälfte der Mitarbeiter

Quelle: dpa 1 min Lesedauer

Der Automobilzulieferer Bosch kündigt jetzt an, dass am Standort Nürnberg 50 Prozent der Belegschaft abgebaut werden ...

Der Bosch-Konzern hat aufgrund der schlechten Lage beschlossen, dass im Werk Nürnberg gut die Hälfte der Belegschaft abgebaut wird ...(Bild:  J.-Ph. Strobel / dpa)
Der Bosch-Konzern hat aufgrund der schlechten Lage beschlossen, dass im Werk Nürnberg gut die Hälfte der Belegschaft abgebaut wird ...
(Bild: J.-Ph. Strobel / dpa)

Der Automobilzulieferer Bosch will in seinem Nürnberger Werk in den nächsten drei Jahren gut die Hälfte seiner 1.800 Mitarbeiter abbauen. Bosch begründete den Schritt in Nürnberg mit dem fortschreitenden Wandel in der Automobilindustrie und dem zunehmenden Wettbewerb- und Preisdruck in der Branche. Vor allem Konkurrenten aus China setzen dem Zulieferer zu. Der weltweite Automarkt stagniere, die Nachfrage in Europa sei sogar rückläufig. Bis 2029 sollen dann folglich rund 900 Stellen gestrichen werden. Der Stellenabbau soll zusätzlich zum bereits angekündigten Abbau von konzernweit 22.000 Mitarbeitern erfolgen. Der Großteil davon trifft den Sektor Mobility. Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 hatte Bosch bereits rund 6.500 Beschäftigte weniger unter Vertrag als Ende 2025. Im vergangenen Jahr hatte das Unternehmen nach Steuern erstmals seit der Finanzkrise rote Zahlen geschrieben und unter dem Strich einen Verlust ausgewiesen.

Verbrennermotoren „ziehen“ nicht mehr richtig

In Nürnberg stellt Bosch vor allem Komponenten für Verbrennungsmotoren sowie für Brennstoffzellen her. Durch den Wandel hin zu mehr Elektromobilität verlören Verbrenner aber bekanntlich an Bedeutung. Die Brennstoffzelle für Wasserstoffantriebe konnte die in sie gesetzten Erwartungen bisher leider auch nicht erfüllen, was zu einem Personalüberhang in Nürnberg führte, der wirtschaftlich längerfristig nicht tragfähig ist, wie Bosch anmerkt. Bosch will nach eigenem Bekunden möglichst sozialverträglich die Stellen abbauen. Diese Entscheidung falle dem Bosch-Management überaus schwer, weil sie für das engagiertes Team in Nürnberg tiefgreifend negative Auswirkungen haben werde. Doch Bosch bleibe nichts anderes übrig, als die Strukturen an das veränderte Marktumfeld anzupassen, um die Wettbewerbsfähigkeit wieder herstellen zu können.

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