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Personalentwicklung Brachliegendes Mitarbeiterpotenzial entdecken und ausschöpfen

| Autor / Redakteur: Elke Jäger und Peter Littig / Claudia Otto

Die Beschaffung von Fachkräften ist teuer. Deshalb lohnt es sich für Unternehmen, die vorhandenen Mitarbeiter zu fördern. Eine Studie liefert Antworten auf die Frage, ob und wie sich Unternehmen mit den Potenzialen in den eigenen Reihen auseinandersetzen und was sie besser machen können.

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Bild 1: Methoden zur Personalermittlung
Bild 1: Methoden zur Personalermittlung
( Archiv: Vogel Business Media )

Trotz Banken- und Finanzkrise ist die deutsche Wirtschaft weiterhin mit zunehmendem Fachkräftemangel konfrontiert. Eine Untersuchung der Atoss Software AG und der Dekra Akademie GmbH belegt, dass einige Unternehmen darauf bereits mit adäquaten Gegenmaßnahmen reagiert haben. Gleichzeitig realisieren viele Betriebe bis heute nicht, dass sie sich aktiver mit ihren Mitarbeitern auseinandersetzen sollten. Denn es zahlt sich immer aus, beispielsweise in die Weiterbildung der Mitarbeiter zu investieren, statt sich ausschließlich auf die kostenintensive Beschaffung neuer Fachkräfte zu konzentrieren.

Fast alle Befragten sind offen für Potenzialförderung

Im Mittelpunkt der Studie „Digging for Diamonds: Verborgene Potenziale im Unternehmen heben – Status quo und Ausblick“ stand die Frage, ob und wie sich Unternehmen mit den Potenzialen in den eigenen Reihen auseinandersetzen. Antworten auf diese und weitere Fragen lieferten 272 Personal- und Linienmanager deutscher Unternehmen aller Größen und Branchen. Zudem erlaubt die Untersuchung einen Trendvergleich mit Österreich, wo insgesamt 50 Manager interviewt wurden.

In beiden Ländern zeigten sich fast alle Befragten dem Thema Potenzialförderung gegen-über aufgeschlossen. In der Arbeitszeitorganisation schätzen vor allem Produktionsunternehmen wichtige Trends richtig ein. Sie haben die geschäftskritische Rolle von bedarfsorientiertem Personaleinsatz oder flexibler Arbeitszeitregelungen bereits erkannt. Auch planen sie häufiger als andere Unternehmen, stärker in entsprechende IT-Lösungen zu investieren.

Generell setzt sich ein Großteil der befragten Personal- und Linienmanager aktiv damit auseinander, wie sie die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter besser nutzen können. Jedoch sind die Resultate bisher noch relativ unbefriedigend. Zwar sind fast alle Führungskräfte (89%) überzeugt, dass unter ihren Mitarbeitern noch etliche Rohdiamanten schlummern, die entdeckt und gefördert werden sollten. Doch fast jedes zweite der befragten Unternehmen (46%) verfügt noch nicht über definierte Prozesse, um vorhandene Potenziale zu identifizieren. Nur ein Viertel (24%) denkt, dass die Fähigkeiten und Fertigkeiten der eigenen Belegschaft bisher voll eingesetzt werden.

Potenzialermittlung erfolgt durch die Personalabteilungen

Unternehmen, die bereits entsprechende Vorgehensweisen etabliert haben, setzen dabei überwiegend auf subjektive Methoden (Bild 1), wie Personalgespräche (94%) und das Feedback der Führungskräfte (88%). Objektive bereichsübergreifende Prüfungsverfahren, zum Beispiel anhand von Kennzahlen, sind bei etwas mehr als der Hälfte der Befragten im Einsatz; unter den Produktionsunternehmen sind es fast zwei Drittel (64%).

Die Zahlen zeigen, dass bisher überwiegend die Personalabteilungen für die Potenzialermittlung zuständig sind. In 81% der befragten Unternehmen halten sie die Fäden in der Hand. Das Linienmanagement ist in fast zwei Dritteln (62%), die Geschäftsführung in der Hälfte der Betriebe eingebunden. Deshalb wundert es nicht, dass Unternehmen fast ausschließlich mit klassischen Personal-Instrumenten verborgene Leistungsfähigkeiten ermitteln.

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