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Auslandsmärkte

Chinas Chemieindustrie stellt sich neuen Trends

| Autor / Redakteur: Ahlam Rais / Stéphane Itasse

Große Unternehmen haben sich in China auf die strengere Umweltgesetzgebung eingestellt, wohingegen die Behörden viele kleinere Betriebe geschlossen haben.
Große Unternehmen haben sich in China auf die strengere Umweltgesetzgebung eingestellt, wohingegen die Behörden viele kleinere Betriebe geschlossen haben. (Bild: BASF)

Im Jahr 2017 hatte Chinas Chemieindustrie mit einem Anteil von 37,2 % am Weltumsatz von 3,9 Billionen US-Dollar noch eine starke Position. Der Handelskrieg mit den USA dürfte die Verkäufe beeinträchtigt haben, doch die Branche verbessert ihre Strategie.

China hat seine Umweltgesetze verschärft. Der nationale Aktionsplan zur Luftreinhaltung ist umgesetzt und auch neue Normen zum Umweltschutz sind angenommen, um die Chemieanlagen in spezielle Industrieparks zu verlagern. Diese bieten besondere Einrichtungen für die Abwasserbehandlung, die Wasserentsorgung und die Emissionskontrolle.

China schließt viele kleinere Chemieanlagen mit veralteter Technik

Dabei sind die großen, vorgelagerten petrochemischen und chemischen Anlagen von der Politik nicht betroffen. Sie sind bereits mit Einrichtungen wie Emissionskontrollen und Abfallbehandlungsanlagen ausgerüstet, im Gegensatz zu den kleineren, privaten Akteuren. Chemieanlagen, die die Richtlinie nicht einhalten können oder über veraltete Technik verfügen, werden stillgelegt. So schloss die Regierung 2018 25 % aller Chemieunternehmen in der Provinz Shandong.

Bis 2015 wurde die Chemiebranche von den chinesischen Staatsunternehmen angeführt, aber seit einigen Jahren hat sich das Land sowohl für globale Konzerne als auch für einheimische Privatunternehmen geöffnet. Viele Global Player wie BASF oder Exxon Mobile haben Investitionen mit vollständig eigenen Tochtergesellschaften angekündigt, um einen integrierten petrochemischen Komplex beziehungsweise einen Raffinerie-Petrochemie-Komplex in der chinesischen Provinz Guangdong zu entwickeln.

Nachhaltigkeit ist auch in China gefragt

Auch die Konsumtrends in China haben sich in den vergangenen Jahren verändert. Eine wachsende junge Bevölkerung, die technisch versiert ist und digitale Medien nutzt, um Lebensmittel, das neueste Telefon oder andere Geräte zu bestellen, hat der Verpackungsindustrie große Geschäftsmöglichkeiten eröffnet. Da der Klimawandel jedoch zu einem wichtigen Thema für alle Menschen auf der Welt wird, steigt die Nachfrage nach innovativen und umweltfreundlichen Lösungen. Daher lässt dieses Szenario den Aufstieg von Spezialprodukten wie biologisch abbaubaren Polymeren erwarten, die nachhaltig und umweltfreundlich sind.

Dies gilt auch für andere Branchen wie das Segment Elektrofahrzeuge. Bloomberg New Energy Finance prognostiziert, dass der chinesische Marktanteil von Elektrofahrzeugen bis 2025 20 % erreichen wird. Dies wird auch zu einer enormen Nachfrage nach anspruchsvolleren chemischen Produkten führen.

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Die Ausgaben für chemische Forschung und Entwicklung sind unterdessen deutlich gestiegen, da nun Unternehmen mit staatlichen Forschungseinrichtungen und Universitäten zusammenarbeiten, im Gegensatz zu der früheren staatlichen Kontrolle. Die chinesische Forschung ist so weit fortgeschritten, dass sie westlichen Unternehmen einen harten Wettbewerb bieten kann. So hat Wanhua Chemical beispielsweise eine eigene Methylen-Diphenyl-Diisocyanat- (MDI-)Technik entwickelt und ist zu einem der weltweit größten MDI-Hersteller geworden. Es gibt andere chinesische Unternehmen, die sich mit fermentativen Produkten wie Mononatriumglutamat, Vitamin C oder Xanthangummi beschäftigen und zu Pionieren auf der ganzen Welt geworden sind.

Da China einer der größten Märkte für Chemikalien ist, haben viele globale Unternehmen auch eine starke Forschung und Entwicklung im Land aufgebaut. Ein Beispiel ist das 8 Mio. Dollar teure Lackier- und F&E-Zentrum für Spezialchemikalien in Shanghai von Akzo Nobel. In jüngster Zeit hat die BASF in Shanghai eine neue F&E-Einrichtung für die Prozesskatalyse in Betrieb genommen. Arkema hat kürzlich auch sein F&E-Zentrum in China erweitert. In vielen Fällen haben Unternehmen auch im Land in Zusammenarbeit mit lokalen Herstellern neue Materialien entwickelt.

* Übersetzung und Bearbeitung: Stéphane Itasse. Der Beitrag erschien zuerst auf unserem Schwesterportal Process Worldwide in englischer Sprache.

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