Wo bleiben Reformationen? Die Gefahr von Stellenabwanderungen wird größer

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Der Verband der Automobilindustrie (VDA) warnt mit Blick auf Deutschlands Konkurrenzfähigkeit vor einem Verlust von Arbeitsplätzen hierzulande ...

Der VDA hat registriert, dass die Stimmung in der deutschen Industrie eh schon schlecht ist, aber die tatsächliche wirtschaftliche Lage noch schlechter. Wenn nichts dagegen unternommen werde, drohe unter anderem eine massive Verlagerung von Stellen ins Ausland.(Bild:  Lost Places Found)
Der VDA hat registriert, dass die Stimmung in der deutschen Industrie eh schon schlecht ist, aber die tatsächliche wirtschaftliche Lage noch schlechter. Wenn nichts dagegen unternommen werde, drohe unter anderem eine massive Verlagerung von Stellen ins Ausland.
(Bild: Lost Places Found)

Der Interessenverband VDA erlebt laute eigenem Bekunden eine zunehmende und umfangreiche Verlagerung von Beschäftigung. Das äußerte die VDA-Präsidentin Hildegard Müller in Peking am Rande der Messe Auto China 2026“. Müller konstatierte: „Die schlechte Stimmung in Deutschland ist immer noch besser als die tatsächliche wirtschaftliche Lage. In anderen Worten: Die Stimmung ist schlecht, die Lage ist noch schlechter!“ Der VDA kritisiert in dieser Hinsicht ein mangelndes Handeln der Politik, um gegenzusteuern. Besonders für die Zulieferer sei die Lage dramatisch. Denn bei ihnen gehe es um Tausende von Arbeitsplätzen und um die Stabilität und Entwicklung ganzer Regionen in Deutschland. Laut Müller braucht man nun endlich Reformen in puncto Energiekosten, Steuerbelastung, Bürokratieaufwand oder Arbeitskosten, damit Deutschland wieder ein attraktiverer Produktionsstandort wird. Rund 72 Prozent der Zulieferer wollen eigentlich in Deutschland geplante Investitionen lieber verschieben, erklärte Müller unter Verweis auf eine im Februar veröffentlichte Umfrage. Und 28 Prozent davon wollten Investitionen ins Ausland verlagern. Etwa 19 Prozent wollen Jobs streichen und 25 Prozent immerhin verschieben.

Volkswagen will die Stärken Chinas für sich nutzen

Richte man den Blick nach Fernost und auf die schnelle technische Entwicklung im weltgrößten – und für Deutschlands Autobauer wichtigen – Einzelmarkt China, dann müsse die Regulatorik in Deutschland und Europa angepasst werden, um etwa im Bereich Digitalisierung, künstlicher Intelligenz oder beim autonomen Fahren eine entsprechende Aufholjagd aufnehmen zu können. Der China-Chef von Volkswagen, Ralf Brandstätter, verwies im Übrigen schon auf die Analyse des Konzerns von 2023, in der es heißt, dass Chinas industrielles Ökosystem für „intelligente“, vernetzte Elektrofahrzeuge überlegen, der Wettbewerb wachsen und sich E-Mobilität dort schneller durchsetzen wird als erwartet. Die Frage heißt nun, was zu tun ist, um als deutscher Player weiter am Markt eine Rolle zu spielen. Denn wenn man in diesem aktiven Marktgeschehen keine Rolle mehr spiele, habe man es schwer. VW will deshalb von den Stärken des Marktes in China profitieren. Vor dem Messestart hatten die Wolfsburger nämlich angekündigt, nach Jahren der Fokussierung auf den chinesischen Markt zukünftig in China entwickelte Fahrzeuge auch in den globalen Süden exportieren zu wollen. Der Konzern will so Märkte erschließen, in denen er zuvor eine untergeordnete Rolle spielte.

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