Halbleiter Chipmangel in der Industrie: „Gerade geht es nur um Marktmacht“

Autor: Svenja Gelowicz

Bei Mikrochips konkurrieren Industrieriesen mit Tech-Konzernen wie Apple oder Huawei. Warum Autohersteller ihre Einkaufsstrategien überdenken, was das für kleinere Zulieferer bedeutet und was eine Chipfertigung in Europa so schwierig macht.

Blick in die Halbleiterfertigung von TSMC in Taiwan. Der Hersteller will nach einem Hilferuf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nun die Autoindustrie priorisieren.
Blick in die Halbleiterfertigung von TSMC in Taiwan. Der Hersteller will nach einem Hilferuf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier nun die Autoindustrie priorisieren.
(Bild: Taiwan Semiconductor Manufacturing Company)

Sie stehen plötzlich im Fokus der Wirtschaftspresse: Chiphersteller wie NXP, Intel, Texas Instruments oder der taiwanesischer Auftragsfertiger TSMC. Letzterer hatte am Ende Januar nach einem Hilferuf von Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier (CDU) der Autoindustrie Unterstützung zugesichert. Zuvor hatten etliche Hersteller Engpässe bei elektronischen Bauteilen vermeldet. Volkswagen musste Kurzarbeit für die Fertigung des Touran und Taycan anmelden, die Konzernschwester Audi hatte die Maßnahme für 10.000 Beschäftigte an den Standorten Neckarsulm und Ingolstadt ergriffen.

Der Halbleitermangel betrifft nicht nur die Autoindustrie. Auch der Maschinenbau leidet aktuell stark unter dem Engpass – ruft allerdings nicht so laut um Hilfe. Das allerdings kann helfen, sagt Lars-Peter Häfele, Rohstoffexperte bei der Einkaufsberatung Inverto. „Im täglichen Geschäft zeigt sich tatsächlich, dass manchmal auch eine gewisse Eskalation genug Druck aufbauen kann.“