Suchen

Auslandsmärkte Climate Action Plan eröffnet Geschäftschancen in Irland

Autor / Redakteur: Stéphane Itasse / M. A. Benedikt Hofmann

Dublin macht Ernst mit dem Klimaschutz: Die irische Regierung hat einen Climate Action Plan vorgestellt, um den Inselstaat vor den Auswirkungen des Klimawandels zu schützen.

Firmen zum Thema

Insbesondere bei der Offshore-Windenergie bietet Irland vielversprechende Möglichkeiten.
Insbesondere bei der Offshore-Windenergie bietet Irland vielversprechende Möglichkeiten.
(Bild: Siemens)

Der Plan umreißt den Stand der Dinge in Schlüsselsektoren wie Elektrizität, Verkehr, Gebäuden, Industrie und Landwirtschaft und zeigt einen Kurs in Richtung Decarbonisierung auf, wie das Umweltministerium erläutert. Irland verpflichtet sich demnach auch zu einer stärkeren Bekämpfung des Klimawandels. Entschiedene Maßnahmen würden zwar eine große Herausforderung für die Gesellschaft sein. Dennoch sieht Dublin auch enorme Vorteile: wärmere Häuser, sauberere Luft, eine nachhaltige Nutzung der knappen Ressourcen der Welt, mehr vernetzte Gemeinschaften, authentische Werte und Arbeitsplätze in Unternehmen, die in einer decarbonisierten Welt wettbewerbsfähig seien.

Zu den konkreten Zielen bis zum Jahr 2030 gehören ein Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung von 70 % und zugleich der Verzicht auf Kohle und Torf dafür, das Aufrüsten von 500.000 Wohngebäuden auf den Standard B2 oder die Installation von 600.000 Wärmepumpen, davon 400.000 in bestehenden Gebäuden. Auf Irlands Straßen sollen ebenfalls im Jahr 2030 1 Mio. Elektrofahrzeuge rollen. Ein entsprechendes Netz der Ladeinfrstruktur soll installiert und stets der Nachfrage voraus sein. Die Energieeffizienz öffentlicher Gebäude soll um 50 % erhöht werden.

Deutsche Windindustrie will profitieren

Als eine der ersten will die deutsche Windindustrie von der geänderten Politik in Irland profitieren. Wie die Exportinitiative Energie des Bundeswirtschaftsministeriums jetzt berichtet, bietet der Climate Action Plan der irischen Regierung große Möglichkeiten für die Branche. Dies zeigte sich auch bei einer Unternehmerreise, welche die Auslandshandelskammer (AHK) Irland einschließich einer Konferenz unlängst veranstaltet hat. „Vor allem offshore scheint sich in Irland viel zu tun in den nächsten Jahren. Es ist klar geworden, welche Bereiche hier noch von ausländischen Unternehmen besetzt werden können. Und ich glaube, hier hat die deutsche Windindustrie sowohl on- als auch offshore große Möglichkeiten“, sagt beispielsweise Georg Schroth, Leiter Politik beim, Bundesverband Windenergie e. V. (BWE), anlässlich der Unternehmerreise.

„Die Exportinitiative Energie des deutschen Wirtschaftsministeriums ist sehr erfolgreich und bringt deutsche Firmen aus den Bereichen erneuerbare Energien und Energieeffizienz in die Exportmärkte.

Die Voraussetzungen für eine Zusammenarbeit mit Irland sind sehr gut“, ergänzt Ralf Lissek, Geschäftsführer der AHK Irland. „Irland braucht Lösungen aus dem Ausland, um die ambitionierten Klimaziele zu erreichen und die deutsche Exportwirtschaft bietet diese Lösungen an.“

Brexit bietet Chancen

Der AHK-Geschäftsführer macht aber noch auf einen weiteren Vorteil für deutsche Anbieter aufmerksam: „Der irische Markt wird sehr stark aus Großbritannien beliefert. Mit dem Brexit werden die Karten neu gemischt“, sagt Lissek. Er geht davon aus, dass die irischen Unternehmen verstärkt nach neuen, alternativen Zulieferern suchen werden. „Hier kann Deutschland mit der Exportwirtschaft auf sie zugehen und den irischen Markt bearbeiten“, ermuntert der AHK-Geschäftsführer die Exportunternehmen aus der Bundesrepublik.

Entsprechend zufrieden sind auch die Teilnehmer der Unternehmerreise. „Unsere Erfahrungen mit diesem Format sind sehr, sehr gut. Wir haben enorme Vorteile davon, da wir uns nicht selber im Vorfeld so intensiv darum kümmern müssen, Partner zu finden. Die Handelskammern können durch ihr bestehendes Netzwerk schon auf Kontakte zurückgreifen“, sagt Markus Hilpoltsteiner, Geschäftsführer Vertrieb bei der Elwa Elektro-Wärme GmbH & Co KG.

Frank Adam von der Grossmann Ingenieur Consult GmbH ergänzt: „Wir hatten die Gelegenheit, mit vielen möglichen Geschäftspartnern zu sprechen, unsere Produkte und Dienstleistungen vorzustellen und zu zeigen, wo wir sie in Irland unterstützen können, sodass Klimaziele erreicht werden.“ MM

Artikelfiles und Artikellinks

(ID:46603313)