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Wickert Maschinenbau / IST der TU Chemnitz Compositepresse ist in einer Sekunde auf voller Kraft

| Autor / Redakteur: Stephan F. Auch / Peter Königsreuther

Zeit ist Geld, lautet ein alter Spruch der Altvorderen aus dem Business-Geschehen. Diese Weisheit gilt auch noch in unserer modernen Produktionslandschaft. Mit einer speziell auf Geschwindigkeit getrimmten Presse, können die Verarbeiter von Composite & Co. diesem Motto nun noch besser folgen.

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Dieser thermplastische CFK-Motorträger in Hybridbauweise ist ein Beispiel für die am IST per neuer Wickert-Presse WKP 2500 S gerfertigten pkw-Sturkturbauteile. Mit dieser Anlage stärken die Forscher ihre Tätigkeiten im Bereich Leichtbau immens, wie es heißt. Zudem arbeitet die Anlage extrem schnell.
Dieser thermplastische CFK-Motorträger in Hybridbauweise ist ein Beispiel für die am IST per neuer Wickert-Presse WKP 2500 S gerfertigten pkw-Sturkturbauteile. Mit dieser Anlage stärken die Forscher ihre Tätigkeiten im Bereich Leichtbau immens, wie es heißt. Zudem arbeitet die Anlage extrem schnell.
(Bild: TU Chemnitz)

Eine Wickert-Compositepresse, deren 25.000 kN Presskraft sich innerhalb einer Sekunde aufbauen, hat vor Kurzem das Institut für Strukturleichtbau (IST) an der Fakultät Maschinenbau der TU Chemnitz erworben. Erforscht werden unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Lothar Kroll dort neue Verarbeitungsmöglichkeiten für thermoplastische Verbundwerkstoffe sowie für Hybridmaterialien aus Faserverbundkunststoffen und Metallen. Das Ziel ist es, großserientaugliche Verfahren zur Fertigung von Leichtbauteilen für die Elektromobilität zu entwickeln.

Temperaturverlust durch schnelles Pressen minimieren

Auf der Wickert-Presse vom Typ WKP 25000 S werden momentan vor allem Pkw-Strukturbauteile gefertigt. Damit die Anlage dem Laborbetrieb über viele Jahre dienen kann, wurde sie so konzipiert, dass sie sowohl vielfältig einsetzbar als auch für eine Automatisierung geeignet ist. Der schnelle Aufbau der Presskraft ist dabei eine wichtige Voraussetzung für die Verarbeitung verschiedener Materialien, wie beispielsweise für glasmattenverstärkte Thermoplaste (GMT). Denn diese Matten, die in einer Vorwärmstation auf 230 °C aufgeheizt werden, müssen nach der Entnahme aus dem Ofen unverzüglich in der Presse bei mindestens 190 ºC Resttemperatur verarbeitet werden.

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Bei der WKP 25000 S handelt es sich genauer gesagt, um eine Compositepresse in Oberkolben-Viersäulenbauart mit komplett hydraulischem Schließsystem und aktiver Parallelregelung. Sie hat eine 1500 mm × 2000 mm messende Aufspannplatte und zeichnet sich durch hochdynamische Öffnungs- und Schließgeschwindigkeiten von 300 mm/s, eine Pressgeschwindigkeit von 10 mm/s sowie eine Öffnungskraft von 360 kN aus. Außer dem beeindruckenden Geschwindigkeitsniveau, fällt die Presse durch ihre hohe Präzision auf. Denn Dank einer aktiven hydraulischen Parallelhaltung, beträgt die Planparallelabweichung im Pressgang lediglich 0,05 mm.

Hohe Presseffizienz auch ohne Keller und „doppeltem Boden“

Zu den Anforderungen der TU Chemnitz gehörten neben dem schnellen Druckaufbau der Aufbau ohne Pressenkeller. Zudem durften nur sehr geringe dynamische Kräfte auf den Hallenboden wirken. Außerdem sollte die neue Presse von drei Seiten zugänglich und von zwei Seiten voll bedienbar sein. Gestellpressen schieden wegen der eingeschränkten Zugänglichkeit aus. Auch hier konnte Wickert mit seiner auf ebener Fläche aufstellbaren, rundum zugänglichen Viersäulenpresse punkten.

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