Versorgungssicherheit Containerschiff-Mangel und höhere Gewalt bedrohen Lieferketten

Redakteur: Peter Königsreuther

Der Kreditversicherer Credendo fürchtet um die Lieferkettenstabilität. Denn es gibt Probleme bei der Rückkehr von Containerschiffen, die man einst „auf Eis“ gelegt hat. Aber das ist nicht alles.

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Viele Containerschiffe wurden vor einiger Zeit aus der Lieferkette genommen, sagt der Kreditversicherer Credendo. Nun boomt der Handel. Aber es gibt diverse Probleme bei der Rückführung der Schiffe. Das könnte fatal werden, meint Credendo.
Viele Containerschiffe wurden vor einiger Zeit aus der Lieferkette genommen, sagt der Kreditversicherer Credendo. Nun boomt der Handel. Aber es gibt diverse Probleme bei der Rückführung der Schiffe. Das könnte fatal werden, meint Credendo.
(Bild: Credendo Short-Term Non-EU Risks)

Nach dem ersten Einknicken des Welthandels aufgrund der Coronakrise, hat China mittlerweile die Produktion wieder aufgenommen, sagt Credendo. Aufgrund der hohen Nachfrage nach medizinischen und elektronischen Geräten, die in den USA und in Europa gebraucht würden, boome es regelrecht. Anfangs sah es mit der Belieferung gut aus, heißt es weiter. Doch nun dämmern Probleme auf, weil man Frachtschiffe aus dem Verkehr gezogen hat, um die Preise zu stützen. Das habe die Frachtraten seit Dezember mindestens verdreifacht. Doch jetzt mangle es an Seeleuten, denn genau die Länder, aus denen die meisten Facharbeiter kommen, würden sich mit dem Impfen schwer tun. Und coronabedingte Einschränkungen in manchen Häfen erschweren die Rückkehr der betreffenden Schiffe zusätzlich, merkt Credendo an. Dann kam auch noch die Blockade des Suezkanals durch den auf Grund gelaufenen Frachter Ever Given. Hunderte von Schiffen, heißt es, musste warten. Immerhin 12 Prozent des Welthandels führt es durch diese Passage.

Höhere Gewalt engt die Versorgung mit Computer-Chips ein

Auch höhere Rohstoffpreise durch steigende Frachtraten beeinträchtigen das Geschäft. Und weiteren Berichten zufolge, mussten einige chinesische Textilfabriken bereits schließen. Besonders akut seien die Lieferkettenprobleme jedoch in der Halbleiterindustrie. Credendo verweist deshalb auf das Zusammentreffen der Lieferprobleme in Zeiten hoher Nachfrage nach Computern und anderen elektronischen Geräten für die Telearbeit. Nicht zuletzt traf der Wintersturm in Texas eine der größten Chipfabriken. Und ein Brand in einer großen japanischen Chipfabrik im März steuert sein Übriges zu dieser Knappheit an Chips bei. Autohersteller leiden unter den Lieferproblemen und müssen ihre Produktion einschränken, so Credendo. Und in Taiwan beeinflusst eine Rekorddürre die Halbleiterproduktion.

Die Experten von Credendo erwarten deshalb Probleme für die Lieferketten, die kaum vor Jahresende gelöst sein werden.

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