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Steuern Corona-Schnelltest vom Arbeitgeber: Ist das ein geldwerter Vorteil?

Redakteur: Melanie Krauß

Arbeitgeber wollen kein Corona in ihren Betrieben. Deshalb können sie ihren Mitarbeitern Corona-Schnelltests zur Verfügung stellen. Aber sind diese ein Lohnbestandteil und somit ein geldwerter Vorteil?

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Einige Arbeitgeber bieten für Mitarbeiter Corona-Schnelltests an.
Einige Arbeitgeber bieten für Mitarbeiter Corona-Schnelltests an.
(Bild: ©Robert Leßmann - stock.adobe.com)

Ecovis-Steuerberater Rainer Sievert sagt „Nein“.Wenn Arbeitgeber ihre Mitarbeiter zum Beispiel nach einer Dienstreise auf Corona testen lassen, dann sind die Kosten für den Test kein Arbeitslohn. „Ein Coronatest ist keine Gegenleistung für die Arbeit eines Mitarbeiters“, sagt Sievert. „Vielmehr soll der Test verhindern, dass der Virus einen Betrieb lahmlegt.“

Wie Unternehmer prüfen, was zum Lohn gehört

Wichtig ist hier das eigenbetriebliche Interesse. Steuerberater Sievert: „Finden die Coronatests im eigenbetrieblichen Interesse statt, dann sind sie kein Arbeitslohn.“ Und eigenbetriebliches Interesse liegt immer dann vor, wenn es sich um eine Vorsichtsmaßnahme handelt, die den Betrieb schützen und verhindern soll, dass das Coronavirus den Betrieb lahmlegt. „Bekommen Mitarbeiter hingegen mehrere Tests für Familie und Freunde, dann liegt darin kein eigenbetriebliches Interesse mehr“, so Sievert. Dann sind sie lohnsteuer- und sozialversicherungspflichtig.

Durch Tests der Belegschaft auf Kosten des Arbeitgebers entsteht bei den Arbeitnehmern somit kein steuer- und sozialversicherungspflichtiger geldwerter Vorteil. „Je nach Betriebsgröße und Kosten für die Tests zwischen 60 und 150 Euro kann das aber ganz schön ins Geld gehen“, gibt Sievert zu bedenken. Sofern es die Tätigkeit oder das Geschäftsfeld erlauben, rät er Unternehmern, lieber in mobiles Arbeiten und digitale Infrastruktur zu investieren.

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