Suchen

Schuler Daimler schneidet Blechplatinen jetzt per Laser

| Redakteur: Peter Königsreuther

Damit man sich die tonnenschweren Werkzeuge für die Platinenverarbeitung in Zukunft sparen kann, hat Daimler an seinem Standort in Kuppenheim jetzt zwei Laser-Platinenschneidanlagen von Schuler in Boot geholt, wie es heißt.

Firmen zum Thema

Daimler setzt auf Schuler-Lasersystem
Daimler setzt auf Schuler-Lasersystem
(Bild: Schuler)

Locker Laserstrahlen statt tonnenschwere Werkzeuge wuchten: An seinem Standort im badischen Kuppenheim hat Daimler zwei Laser-Platinenschneidanlagen von Schuler in Betrieb genommen, wie Schuler berichtet. Die beiden Linien, die für die Serienproduktion der Kompaktfahrzeuge vorgesehenen seien, ließen sich außerdem per Knopfdruck auf einen anderen Zuschnitt umstellen. Die Programmierung der Konturen erfolgt laut Schuler offline und lässt sich zur Ausbringungsoptimierung auch noch simulieren. Durch diese Werkzeugfreiheit sei das Presswerk bei Daimler nun auf die Vielfalt der kommenden Pkw-Modelle in den nächsten Jahren optimal vorbereitet.

Dynamisches Lasertrio sorgt für Produktivität

Drei zeitgleich arbeitende Laserköpfe schneiden in der Anlage mit einer Geschwindigkeit über 100 m/min Konturen aus einem kontinuierlich laufenden Stahl- oder Aluminiumband direkt vom Coil, erklärt der Hersteller. So entstünden die oberflächenempfindlichen Zuschnitte für Kotflügel, Seitenteile, Dächer oder Motorhauben. Das Band bewegt sich dabei mit einer Geschwindigkeit von maximal 60 m/min durch die Anlage, heißt es. Die ausgeschnittenen Platinen werden anschließend vom Schrott getrennt und kontinuierlich gestapelt. Zwei moderne Schuler-Pressenlinien in der Halle nebenan formen die Rohlinge dann zu Karosserieteilen um, die laut Schuler im nahen Mercedes-Benz Werk Rastatt in die fabrikfrischen Pkw verbaut werden.

Bildergalerie

Durch die hohe Flexibilität der Schnittprogrammierung seien die Möglichkeiten, die sich bei den Geometrien bieten, vielfältig angelegt. Der Premium-OEM habe gerade erst damit begonnen, die Potenziale zur Materialeinsparung oder Optimierung für den Umformprozess auszuschöpfen. In der Zukunft lassen sich durch den Lasereinsatz die Platinen optimieren, heißt es, und auch Produktionssteigerungen erzielen sowie bestmögliche Konturen entwickeln.

Ohne Fundament und Werkzeug zum „Daimler-Blechle“

Üblicherweise werden solche Platinen mit bis zu 25 t wiegenden Schneidwerkzeugen gestanzt. Diese kosten allein in der Anschaffung bis zu 200.000 Euro pro Stück, betonen die Experten – Lagerung, Reparatur und Wartung sind dabei noch gar nicht einkalkuliert. Komme ein neues Modell auf den Markt, ändere sich zwangsläufig auch die Form, und ein monatelanger Um- oder Neubau der Werkzeuge stehe üblicherweise bevor. Die Laser-Schnittlinien von Schuler sorgen dagegen völlig ohne Werkzeuge für formschöne Blechkomponenten.

Darüber hinaus waren die Platzverhältnisse in der ehemaligen Coil-Halle des Daimler-Werkes für herkömmliche Platinen-Schneideanlagen ungeeignet, sagt Schuler. Besonders die Tatsache, dass die Laser-Anlagen weder kostspielige Fundamente noch einen Keller benötigten, habe die Entscheidung für die neue Technik, die Schuler unter dem Namen Dynamic Flow Technology (DFT) vertreibt, leicht gemacht.

Material sparen und Coil-Arten verringern

Kosteneffizienz steht bei einem OEM immer ganz oben auf der Checkliste, wie Schuler anmerkt: Eine Investition muss sich – verglichen mit etwaigen Alternativen – umgerechnet auf ein Fahrzeug folglich positiv auf die Bilanz auswirken. Bei der Laser-Linie von Schuler seien zumindest die Aussichten dafür im grünen Bereich – und das nicht nur wegen der einfacheren Montage und werkzeuglosen Prozesse, sondern auch aufgrund der hohen Anlagenverfügbarkeit. Vor allem die Möglichkeiten Material zu sparen und die Vielfalt der Coils zu reduzieren, führen in der Regel zu geringeren Produktionskosten mit der Dynamic Flow Technology als mit konventionellen Schneidanlagen, wie Schuler beton.

MM

(ID:44594699)