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Simulation Dank Simulation Infektionsrisiko im Büro senken

Redakteur: Stefanie Michel

Die Mitarbeiter sind im Homeoffice, doch viele sehnen sich nach Normalität. Deshalb hat Simulationsexperte Tecosim im eigenen Unternehmen Luftströmungen der Büroflächen analysiert. Damit konnte er sicherere Arbeitsbedinungen schaffen.

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Tecosim hat für die eigenen Arbeitsplätze im Großraumbüro untersucht, wie sich Luftströmungen ausbreiten – und damit auch Infektionen.
Tecosim hat für die eigenen Arbeitsplätze im Großraumbüro untersucht, wie sich Luftströmungen ausbreiten – und damit auch Infektionen.
(Bild: Dassault Systèmes)

In vielen Unternehmen konnten die Mitarbeiter inzwischen zumindest teilweise wieder in die Büroräume zurückkehren. Basis hierfür ist die Umsetzung staatlicher Hygienevorgaben mit Lüften, Abstandhalten und die Nutzung von Desinfektionsmitteln, um die Infektionen mit dem Corona-Virus zu minimieren. Das Engineering-Unternehmen Tecosim ging allerdings einen Schritt weiter, um den Geschäftsbetrieb aufrechtzuerhalten und gleichzeitig Mitarbeiter noch besser zu schützen: Die Verbreitung von Aerosolen in den eigenen Geschäftsräumen wurden realitätsgetreu in einer virtuellen Computersimulation mit Hilfe von Simulia-Lösungen von Dassault Systèmes dargestellt. Daraus leitete man entsprechende Gegenmaßnahmen ab.

Simulation identifiziert Virenhotspots

Hintergrund für das Vorgehen war, dass man aufgrund der eigenen Expertise im Bereich Simulation zusätzlich zu den staatlichen Empfehlungen weitere Maßnahmen vornehmen wollte. Während die Mitarbeiter zu Hause arbeiteten, untersuchten die technischen Experten bei Tecosim im Rahmen einer genauen Simulation die eigenen Büroflächen, um mögliche Viren-Hotspots zu identifizieren bevor die Mitarbeiter wieder das Office betreten sollten. Mithilfe von Strömungssimulationen über Simulia konnten dabei einige überraschende Erkenntnisse gewonnen werden, darunter:

  • Nur unter bestimmten Bedingungen sollten Fenster oder Türen geöffnet werden, weil dies nicht allgemein für einen besseren Luftaustausch sorgt.
  • Die Position des Lufteinlasses sowie -auslasses spielt eine entscheidende Rolle und kann die Konzentration von Aerosolwolken beeinflussen.
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Auf Basis der Simulationsergebnisse konnte Tecosim anschließend gezielte Maßnahmen wie neue Sitzordnungen oder strategisch platzierte Trennwände ergreifen. Die durch die Simulation validierten Maßnahmen konnten zügig und nahezu kostenneutral umgesetzt werden.

Bürosimulation jetzt auch als Service für andere Unternehmen

Die Bemühungen zahlten sich schnell aus. Nicht nur konnte eine deutlich sicherere Arbeitsumgebung geschaffen werden, auch die Zeit bis zur Rückkehr in das Büro verkürzte sich für die Mitarbeiter deutlich. Laut Tecosim ein entscheidender Vorteil: Die Infektionsgefahr zwischen Mitarbeitern sei so erheblich geringer als bei reiner Anwendung der gesetzlichen Vorgaben.

Bereits zwei Wochen nach der Entscheidung, eine Simulation der Büroflächen durchzuführen, konnten die ersten Mitarbeiter wieder an ihrem regulären Arbeitsplatz zurückkehren. Zudem gab es innerhalb der Belegschaft großen Zuspruch für die ergriffenen Maßnahmen, die deutlich über die gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus gehen. Die Geschäftsführung von Tecosim wollte damit schnellstmöglich einen sicheren Büroalltag wiederherstellen. Die Strömungssimulation der Büroluft war dabei von entscheidender Bedeutung, um dies zu erreichen. Zudem konnten bei Mitarbeitern unbeliebte und teure Maßnahmen wie der Einbau von Plexiglasscheiben vermieden werden.

Dieses Modell bietet neben Dassault Systèmes nun auch Tecosim anderen Unternehmen an. Interessierte Unternehmen können dabei nicht nur die eigenen Arbeitsumgebungen von den Simulationsexperten bewerten, sondern direkt auch räumliche Anpassungen virtuell vornehmen und überprüfen lassen. Die Simulation sei innerhalb von wenigen Tagen möglich, inklusive des Aufbaus des 3D-Modells. Unternehmen sollen so den Weg zurück zum Arbeitsplatz deutlich beschleunigen können.

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