Umsatz rauf, Jobs runter Neues Industriewachstum geht mit Stellenabbau einher

Quelle: dpa 2 min Lesedauer

Anbieter zum Thema

Seit fast drei Jahren Flaute wächst der Umsatz der Industrie wieder, heißt es. Das heißt aber nicht gleichzeitig, dass die Jobs sicher sind ...

Zweischneidig! Die Kurve für den Industrieumsatz in Deutschland geht überraschenderweise wieder deutlich nach oben, wie Analysten sagen. Doch gleichzeitig bleibt der Stellenabbau relativ ungebremst ...(Bild:  Delefter)
Zweischneidig! Die Kurve für den Industrieumsatz in Deutschland geht überraschenderweise wieder deutlich nach oben, wie Analysten sagen. Doch gleichzeitig bleibt der Stellenabbau relativ ungebremst ...
(Bild: Delefter)

Die deutsche Industrie hat im ersten Quartal erstmals seit 2023 den Umsatz gesteigert, meldet die Beratungsgesellschaft EY. Doch gleichzeitig baut sie im großen Stil weiterhin Stellen ab. Die zugrundeliegende Studie von EY greift dabei auf Daten des Statistischen Bundesamtes zurück. Demnach sank die Zahl der Beschäftigten in der Industrie zum Ende des ersten Quartals auf 5,3 Millionen, was zum Vorjahreszeitraum einem Rückgang von 2,3 Prozent (-127.300 Personen) gleichkommt. Am meisten Feder lassen mussten Angestellte in der Autoindustrie, wo rund 32.000 Stellen wegfielen, gefolgt vom Maschinenbau (22.000) und der Metallerzeugung und -bearbeitung (8.800).

Der Metallsektor bringt den Löwenanteil

Zugleich sehe EY Hoffnung für die schwächelnde Industrie, der bekanntlich hohe Energie- und Arbeitskosten, Konkurrenz aus China und die US-Zölle zu schaffen machen. Demnach stieg der Umsatz in der Industrie im ersten Quartal um 1,7 Prozent (auf gut 531 Milliarden Euro) an, was das erste Plus binnen Jahresfrist nach zehn Quartalen mit Rückgängen anbelangt. Zuletzt war die Industrie im zweiten Quartal 2023 gewachsen. Den Hauptgrund für den jüngsten Anstieg sieht man durch ein Umsatzplus von 18 Prozent in der Metallbranche. Denn dort wuchsen die Exporte um 28 Prozent, verglichen mit dem Vorjahreszeitraum. Ein leichtes Plus schafften im ersten Quartal auch die Autobranche (2,1 Prozent) und die Elektroindustrie (1,4 Prozent). Der Umsatz in der Papier- und Textilindustrie knickte allerdings im Vergleichszeitrum um rund sechs beziehungsweise acht Prozent ein.

Sowohl In- und Ausland sorgen für Aufwind

Rückenwind für die Industrie kam im ersten Quartal sowohl aus dem Inland, als auch von den Exporten. Im ersten Quartal war die deutsche Wirtschaft insgesamt überraschend stark gewachsen, wie es weiter heißt. Der Auftragsbestand in der Industrie stieg im März um gut acht Prozent. Allerdings dämpfe der Iran-Krieg die Aussichten für die Zukunft, weshalb die Bundesregierung ihre Wachstumsprognose für 2026 auf 0,5 Prozent halbiert hat. Trotz allem werden weiter Stellen gestrichen, wie die Analysten befürchten. Denn in vielen Industriezweigen gebe es erhebliche Überkapazitäten. Und Hilfen, wie der Industriestrompreis oder die Verringerung der Körperschaftssteuer, dürften sich auch erst zeitverzögert positiv bemerkbar machen.

(ID:50854421)

Jetzt Newsletter abonnieren

Verpassen Sie nicht unsere besten Inhalte

Mit Klick auf „Newsletter abonnieren“ erkläre ich mich mit der Verarbeitung und Nutzung meiner Daten gemäß Einwilligungserklärung (bitte aufklappen für Details) einverstanden und akzeptiere die Nutzungsbedingungen. Weitere Informationen finde ich in unserer Datenschutzerklärung. Die Einwilligungserklärung bezieht sich u. a. auf die Zusendung von redaktionellen Newslettern per E-Mail und auf den Datenabgleich zu Marketingzwecken mit ausgewählten Werbepartnern (z. B. LinkedIn, Google, Meta).

Aufklappen für Details zu Ihrer Einwilligung