Bürozukunft Das "Einzelbüro" ist megaout

Redakteur: Jürgen Schreier

„Unternehmen werden in den nächsten Jahren ihre Büros gänzlich neu definieren müssen, um das Beste von ihren Mitarbeitern zu erhalten“, so die provokante These von Prof. Michael Bartz, anlässlich BComplete VIB-Lounge in München.

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Prof. Michael Bartz: "Unternehmen werden in den nächsten Jahren ihre Büros gänzlich neu definieren müssen, um das Beste von ihren Mitarbeitern zu erhalten."
Prof. Michael Bartz: "Unternehmen werden in den nächsten Jahren ihre Büros gänzlich neu definieren müssen, um das Beste von ihren Mitarbeitern zu erhalten."
(Bild: BComplete)

„Denn die Kernkompetenz vieler Büros liegt immer weniger nur in der Grundausstattung (Schreibtisch, Stuhl, Telefon, PC Hardware und Software), sondern immer mehr in der Ermöglichung von vernetzter Kommunikation und Kooperation“, ist Bartz, Professor für Internationales Business und Export Management, überzeugt. In seiner Tätigkeit an der IMC Fachhochschule Krems hat Bartz sich unter anderem auf die „Neue Welt des Arbeitens“ spezialisiert.

IT und Technologie als Treiber

Für Bartz wirken sich die Demokratisierung von IT und Technologie außerordentlich auf die neuen Arbeitsformen aus: „Wir werden in den nächsten Jahren beobachten können, dass Unternehmen mehr mit neuen Arbeitsformen experimentieren. Sie werden dann verstärkt auf neue Möglichkeiten der Interaktion mit Kunden und der Zusammenarbeit innerhalb des Unternehmens setzen. Zum Bespiel ändert sich mit der Einführung von Cloud Services bei Klein- und Mittelbetrieben deren Potenzial maßgeblich. Ganz plötzlich können KMUs ohne IT Abteilung und ohne Infrastruktur, jene Technologien nutzen, die bisher nur den großen Playern vorbehalten waren.“

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„Digital Natives“ wollen anders arbeiten

Den zweiten Anstoß für eine neue Definition des Büros ortet Bartz in der Arbeitsweise der jüngeren Generation: „Die Digital Natives, aufgewachsen mit Skype und Facebook, arbeitet viele vernetzter und in Teams. Sie wollen ihr technisches Verhalten, das sie aus dem Privatleben kennen und schätzen (z.B. Probleme über soziale Netzwerke zu diskutieren und zu lösen) auch im Unternehmen anwenden“.

In Klein- und Mittelbetrieben machen Digital Natives bereits oftmals 15 bis 35 % der Belegschaft aus. Gehe man von einer kleinen Firma mit etwa 30 Mitarbeitern aus, dann seien also 7 bis 10 Mitarbeiter bereits Digital Natives.Für Bartz ist daher eine entscheidende Frage: „Wie schafft es ein Unternehmen ein Arbeitsumfeld zu bieten, das organisatorisch, technisch bis hin zum Büroumfeld dieser Generation gerecht wird?“

Bartz hinterfragt daher konsequent das Thema „Anteil an der Bürofläche“: „Die Digital Natives benötigen Platz zum Kommunizieren, Interagieren und für Teamarbeit. Die traditionelle Aufteilung Büroarbeitsfläche und Besprechungsräume verschiebt sich daher zu Gunsten neuer Bereiche und Flächen, die das soziale Miteinander fördern sowie Kommunikation und Kooperation aktiv unterstützen. Damit bekommt auch die Kaffeeküche eine ganz neue Bedeutung für Wertschöpfung im Büro.“

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