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Nachwuchs Das sind Deutschlands beste Ausbilder 2019

| Autor: Melanie Krauß

Das Wirtschaftsmagazin Capital hat die besten Ausbildungsbetriebe Deutschlands ausgezeichnet. Das Ergebnis: Andere Branchen können sich vom Maschinenbau durchaus eine Scheibe abschneiden.

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Die Ausbildung im gewerblich-­technischen Bereich bei Lenze wurde mit der Höchstwertung ausgezeichnet.
Die Ausbildung im gewerblich-­technischen Bereich bei Lenze wurde mit der Höchstwertung ausgezeichnet.
(Bild: Lenze SE)

Egal ob in Sachen Lehrmethoden oder bei den Themen Digitalisierung und Innovation, der Maschinenbau hat auch 2019 wieder gut abgeschnitten bei der Studie „Deutschlands beste Ausbilder“ des Wirtschaftsmagazins Capital. Besonders deutlich wird dies in der Kategorie Erfolgschancen, in der unter anderem Abschluss-, Abbruch- und Übernahmequoten sowie die Ausbildungs- und Einstiegsgehälter bewertet werden. Dort stellt der Bereich Industrie und Maschinenbau alle anderen Unternehmen in den Schatten.

Unter den Unternehmen, die mit fünf von fünf Sternen ausgezeichnet wurden, waren auch kleinere Betriebe wie die Bass GmbH (16 Auszubildende), die JW Froehlich Maschinenfabrik (12 Auszubildende) oder Roth Werkzeugbau (25 Auszubildende). Bei den Mittelständlern (500 bis 2000 Mitarbeiter) konnte unter anderem Gemü Gebr. Müller Apparatebau (60 Auszubildende) überzeugen. „Als Familienunternehmen legt Gemü großen Wert auf eine Kommunikation auf Augenhöhe“, so Katrin Engert, Leiterin Ausbildung bei Gemü gegenüber MM Maschinenmarkt. „Zudem bekommen die Azubis bereits während der Ausbildung Verantwortung für Projekte übertragen, bei denen sie sich verwirklichen und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen können.“ In den nächsten Jahren sollen die Ausbildungszahlen sogar noch gesteigert werden.

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Auch bei Chiron (121 Auszubildende) setzt man verstärkt auf Nachwuchs aus den eigenen Reihen. „Wir brauchen hervorragend ausgebildete junge Leute, um den Herausforderungen von Digitalisierung, Programmierung und Industrie 4.0 gerecht zu werden“, sagt Chiron-Ausbildungsleiter Herbert Mattes. „Die Digitalisierung erfordert neue beziehungsweise andere Qualifikationen in der Arbeitswelt.“ Vor diesem Hintergrund hat Chiron das Ausbildungskonzept angepasst und die Ausbildung insgesamt digitaler gemacht. Tablets für alle Azubis, eine Online-Lernplattform und das digitale Berichtsheft sind nur einige Beispiele. In der Kategorie Digitalisierung und Innovation führte dies prompt zur Höchstpunktzahl für den Werkzeugmaschinenbauer.

Digitalisierung und Vernetzung im Fokus

„Die Zukunft ist digital. Vernetzung und Big Data werden künftig noch stärker im Fokus stehen“, ist auch Dr. Maurice Eschweiler, Generalbevollmächtigter bei DMG Mori (400 Auszubildende), überzeugt. Neben einer hervorragenden Gesamtpunktzahl von 24 Punkten erreichte das Unternehmen in der Kategorie Digitalisierung und Innovation fünf Sterne, ebenso wie bei der Betreuung der Auszubildenden. „In unseren sogenannten ‚Smart Education Centern’ bearbeiten unsere Auszubildenden bereits frühzeitig und interdisziplinär echte Kundenaufträge, bei denen sie eine komplette Maschine fertigen müssen“, erzählt Eschweiler. „Ergänzend erhalten sie Einblicke in andere Fachbereiche oder nehmen an Exkursionen zu Kunden teil, um den gesamten Lebenszyklus der Werkzeugmaschinen kennen zu lernen.“

Weitere Konzerne, die besonders gut abgeschnitten haben, sind beispielsweise die Schunk GmbH & Co KG (250 Auszubildende), die Bauer AG (269 Auszubildende), die Dürr Systems AG (24 Auszubildende) und Lenze (61 Auszubildende). Auch aus Sicht von Lenze ist digitales Lernen ein besonders wichtiger und zukunftsweisender Trend. „Die nachfolgenden Generationen haben andere Bedürfnisse und gehen mit den ‚neuen Medien’ anders um als wir heute“, so Thomas Czekanowski, Leiter Education & Training. „Darauf stellen wir uns ein – auch um unserem Anspruch nach individueller Förderung nachzukommen.“ Einen weiteren Trend sieht das Unternehmen in agilen Arbeitswelten beziehungsweise -methoden. Auch diese werden daher in das Ausbildungskonzept integriert.

Das Wirtschaftsmagazin Capital, die Talentplattform Ausbildung.de und die Personalmarketing- Experten von Territory Embrace haben 2019 bereits zum dritten Mal die „besten Ausbilder Deutschlands“ gekührt. An der Befragung nahmen mehr als 600 Personalverantwortliche teil, die für rund 127.000 Auszubildende und dual Studierende zuständig sind. Eine interaktive Liste mit den ausgezeichneten Unternehmen aller Branchen, sortiert nach Region und Größe finden Sie unter www.capital.de/karriere/umfrage-das-sind-deutschlands-beste-ausbilder-2019

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Über den Autor

 Melanie Krauß

Melanie Krauß

Redakteurin Management & IT und Karriere & Weiterbildung