Internet of Things Daten in der Cloud oder im Unternehmen speichern?

Autor / Redakteur: Siegfried Maigler / Dipl.-Ing. (FH) Reinhold Schäfer

Das Internet of Things (IoT) wirft viele Fragen auf. Sollen Daten aus der Produktion besser strikt im Unternehmen bleiben oder können diese auch in die Cloud? Man kann auch skalierbar vorgehen.

Die Digitalisierung nimmt zu. Und die Unternehmen fragen sich, wo ihre Daten bestmöglich aufgehoben sind.
Die Digitalisierung nimmt zu. Und die Unternehmen fragen sich, wo ihre Daten bestmöglich aufgehoben sind.
(Bild: ©phonlamaiphoto - stock.adobe.com)

Auf einen Blick

  • Bereits mit On-Premise-Lösungen lassen sich Vorteile des IoT nutzen.
  • Unternehmen sollten sich aber von vornherein für ein skalierbares Vorgehen entscheiden, um in einem späteren Schritt weitere Funktionen auch in Verbindung mit der Cloud nutzen zu können.
  • Ein erfahrener Dienstleister kann bei der Einführung mit Best-Practice-Wissen und erprobten Konzepten helfen.

Das Internet of Things wurde lange Zeit nur von zwei Seiten her gedacht: vom Sensor her oder als Big Picture einer am Reißbrett entworfenen IoT-Lösung. In der Praxis zeigt sich aber, dass ein anderes Vorgehen mehr Erfolg verspricht: IoT sollte stets vom Prozess her gedacht werden. Daraus abgeleitet lässt sich auch die Gretchen-Frage für viele Unternehmen beantworten: Wie soll es ein Unternehmen mit der Cloud halten? Ein Beispiel aus der Pharma-Branche dient als Ausgangspunkt: Das Unternehmen Engelhard Arzneimittel aus dem osthessischen Niederdorfelden produziert mit seinen 450 Beschäftigten nicht verschreibungspflichtige Medikamente. Ein zentraler Aspekt bei den dort eingesetzten Maschinen ist aufgrund der verbauten Feinmechanik die Instandhaltung. Als sich das Pharma-Unternehmen daher der Optimierung und Automatisierung von Arbeitsprozessen unter Einsatz von Software-IT-Lösungen zuwandte, lautete das Ziel, eine offene Instandhaltungslösung einzusetzen. Diese sollte klassische Abläufe abbilden, über mobile Endgeräte erreichbar und zugleich für Zukunftstechniken wie Predictive Maintenance ausbaufähig sein.

Digitalisierung der Prozesse

Die Digitalisierung ist auch im Pharmabereich das Mittel der Wahl, um Prozesse zu verschlanken und zu vereinfachen. Im genannten Beispiel konnte Engelhard die Instandhaltungseinsätze um bis zu 30 % pro Fall reduzieren. „Dies wurde durch den digitalen Zugriff von Dokumenten direkt auf dem mobilen Device möglich“, erläutert Christian Belzer, Projektleiter bei Engelhard. Mit der Umsetzung wurde Datagroup betraut. Der IT-Dienstleister verfügt mit Opra über eine eigene mobile Instandhaltungslösung für SAP, die auch bei Engelhard zum Einsatz kam. Christian Belzer: „Dabei war uns wichtig, auch die IIoT-Anbindungen mit zu berücksichtigen und zwar sowohl bei den bestehenden Maschinen, die heute keine Sensorik verbaut haben, als auch bei neuen Maschinen. Insbesondere im Hinblick auf unseren Neubau, der zum August 2020 in Betrieb gehen wird, war dies essenziell.“