Die Unsterblichmacher

DDR-Oldtimer fahren noch viele herum! Aber wer sorgt für Ersatzteile?

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Für den Trabi wird es keine Ersatzteil-Durststrecke geben

„Wir können fast jedes Teil für den Trabant liefern. Wenn etwas kaputt ist, wird es repariert“, merkt Frank Hofmann, Chef der Trabantwelt Zwickau, zum Thema Trabi-Ersatzteilversorgung an. Sein Unternehmen gehört im Übrigen zu den größeren Anbietern dieser Art. Er kaufe die Ersatzteile aus Originalbeständen, doch die Teileproduktion spiele die größere Rolle. Inzwischen gibt es auch ein weit gespanntes Netz an Herstellern, die für ihn fertigen. Man stellt manche Teile aber auch Teile selbst her. Ihn, der nach eigenen Angaben seit 23 Jahren in der Trabi-Stadt Zwickau seine Firma betreibt, begeistert vor allem, dass die Zulassungszahlen ansteigen. Laut Kraftfahrt-Bundesamt waren zu Jahresbeginn 2026 noch 41.862 bei Sachsenring in Zwickau bis 1991 gebaute Autos zugelassen. Nach dem Tief im Jahr 2014 (mit 32.311 Trabis und Dampf) hat sich der Bestand deutlich erholt. Als Gründe für diesen Trend sieht Hofmann einen Schuss Ostalgie und die recht einfache Technik der Fahrzeuge, die fast jeder reparieren kann. Und manche Trabant-Besitzer legten inzwischen auch Wert auf Exklusivität – beispielsweise, wenn es um Trabis mit Dachzelt oder um die Ablage für einen alten Lederkoffer gehe. Hinzu kommt eine große Tuning-Szene, wie Hofmann anmerkt. Nach seiner Schätzung schlummern auch noch tausende Trabis ohne Zulassung in Garagen, Lagern oder Scheunen.

Die Simson schützt eine ganze Bastion von Schraubern

Schätzungen zufolge knattern noch bis zu eine Million Mopeds der Marke Simson aus Suhl vor allem in Ostdeutschland über die Straßen, wie es zum Thema DDR-Zweiräder heißt. Amtliche Zahlen gebe es derzeit aber nicht, weil nicht alle der Vehikel zulassungspflichtig seien. In erster Linie bei jungen Leuten haben Mopeds mit Namen wie Schwalbe, Star, Sperber oder S50/51 Kultstatus, was auch wegen einer Sonderregelung im Einigungsvertrag der Fall ist. Denn die geräuschvoll qualmenden Zweitakter dürfen, wenn sie in der DDR zugelassen waren, im Gegensatz zu anderen Kleinkrafträdern mit Tempo 60 und nicht nur mit Tempo 45 unterwegs sein. Laut Thüringer Verkehrsministerium wurden in Suhl fast sechs Millionen Simons-Zweiräder gebaut. Das ist auch ein riesiges Potenzial für entsprechende Ersatzteilhändler wie die Meyer-Zweiradtechnik GmbH (MZA) mit Sitz in Meiningen. Inhaber Falko Meyer setzte auch schon in den 1990er-Jahren, als neu gebaute Simson-Zweiräder nur schwer verkäuflich waren, auf das Ersatzteilgeschäft. Zehn Jahre später übernahm er alles vom insolventen Unternehmen – sogar die Lizenz für die Marke. Er investierte bis 2018 aber auch über 30 Millionen Euro! Und seit Neuestem gibt es auch einen Online-Shop für Simsons, wobei man über 10.000 Teile im Programm hat. Aber nicht nur von Simson-Modellen sondern auch von MZ. Der Wettbewerb wird von Hofmann als durchaus knallhart bezeichnet. Aber nicht zuletzt könnten sich junge Leute und Liebhaber „ihr“ Moped aus allem, was es gibt, einfach zusammenschrauben. Gut erhaltene Exemplare kosten durchaus mehrere tausend Euro, was auch für die größeren MZ-Typen gilt, die ab 1922 bis 2016 in Zschopau gebaut wurden.

Eine noch mit verchromten Tankapplikationen verschönerte MZ TS 250 in bester Erhaltung.(Bild:  Oldie Club)
Eine noch mit verchromten Tankapplikationen verschönerte MZ TS 250 in bester Erhaltung.
(Bild: Oldie Club)

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