Die Unsterblichmacher DDR-Oldtimer fahren noch viele herum! Aber wer sorgt für Ersatzteile?

Quelle: dpa 5 min Lesedauer

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Trabant- (Trabi), MZ-, Simson- (Simme) und Wartburg-Modelle sind noch beliebt und zu Zehntausenden angemeldet. Doch was macht man, wenn mal was kaputtgeht? Zum Glück gibt es sprudelnde Ersatzteilquellen ...

Die rollen immer weiter! Es gibt so einige einst in der DDR gefertigte fahrbare Untersätze, die nun eine immer größere Fangemeinde um sich scharen. Dazu gehören der Trabant und der Wartburg, aber auch Zweiräder, wie die MZ und die Simson hier – liebevoll „Simme“ genannt.(Bild:  B. Breschniak)
Die rollen immer weiter! Es gibt so einige einst in der DDR gefertigte fahrbare Untersätze, die nun eine immer größere Fangemeinde um sich scharen. Dazu gehören der Trabant und der Wartburg, aber auch Zweiräder, wie die MZ und die Simson hier – liebevoll „Simme“ genannt.
(Bild: B. Breschniak)

Schon mindestens zehn Jahre, zum Teil schon seit 35 Jahren, werden die heute Kultstatus genießenden, fahrbaren DDR-Untersätze namens Trabant und Wartburg sowie die Zweiräder aus der Schmiede Motorradbau Zschopau (MZ) und von Simson aus Suhl (einst auch Waffenfabrikant) nicht mehr gebaut. Lange fristeten die letzten davon ein Schattendasein, als die Mauer fiel und mehr und mehr West-Boliden das Straßenbild beherrschten. Aber seit einiger Zeit holt man sie aus den Scheunen, poliert sie auf, meldet sie wieder an und genießt den Duft der Motoren ohne Katalysator und die erfreuten, vielleicht auch manchmal melancholischen Blicke der Passanten. Auch die Preise für die Ost-Oldtimer klettern stetig in die Höhe. Das Kraftfahr-Bundesamt sagt, dass davon noch Zehntausende aktiv sind und die Zahl sogar zunimmt. Leider gehen auch bei diesen recht einfachen und robusten Typen auch mal Teile kaputt. Doch wieder einmotten braucht man die dann ganz und gar nicht ...

Haben war bei DDR-Ersatzteilen besser als brauchen

Enrico Martin, Direktor der Stiftung Automobile Welt Eisenach – selber passionierter Wartburg-Fahrer – nennt außer der emotionalen Bindung vieler ostdeutscher Familien auch praktische Gründe für das lange Leben dieser Sonderlinge: „Bei DDR-Fahrzeugen wurde die Reparaturanleitung beim Verkauf gleich dazu gepackt! Und es wurden extrem viele Ersatzteile produziert!“ Damit könnten Auto- und Zweiradfans bis heute aus einem umfangreichen Reservoir an Ersatzteilen schöpfen. Und manche der Teile sind in verschiedenen Fahrzeugen verbaut und deshalb baugleich. Martin nennt als Beispiel den Scheibenwischerschalter. In der DDR seien Ersatzteile für Wartburg, Trabant oder Simson-Mopeds oft eingelagert worden. Das geschah nach dem Motto „haben ist besser als brauchen“.

Viele Teile würden auch noch heute in Kellern, Garagen oder Scheunen wiederentdeckt. Es ist noch ganz viel da, sagt Martin. Und wo es klemme, finde sich relativ schnell jemand, der es produzieren könne. Das macht die DDR-Oldtimer nicht zuletzt auch zu einem Wirtschaftsfaktor, was nicht nur durch einen florierenden Handel mit kräftig gestiegenen Preisen erklärt werden kann. Denn immer wieder kommen auch Scheunenfunde oder sogar Neuaufbauten auf den Markt, bei denen nicht nur die große Gemeinde der Schrauber sondern auch Werkstätten und Fachhändler zum Zuge kommen, so Martin. Etabliert hat sich deshalb eine feste Händlerszene mit vielen Online-Shops, aber auch großen Anbietern.

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