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Logistik

Dematic als Pionier der Intralogistik feiert sein 200-jähriges Bestehen

| Autor: Reinhold Schäfer

Stöhr-Schüttgutförderer aus dem Jahr 1900.
Stöhr-Schüttgutförderer aus dem Jahr 1900. (Bild: Dematic)

2019 jährt sich die Gründung des international tätigen Unternehmens Dematic zum 200. Mal. In Wetter an der Ruhr hob Friedrich Wilhelm Harkort mit den Mechanischen Werkstätten Harkort & Co. 1819 den Vorläufer des Intralogistikautomatisierers aus der Taufe.

Die Unternehmensentwicklung ist eng verknüpft mit den Errungenschaften der industriellen Revolution. Nachdem der erste mechanische Webstuhl 1784 die erste Phase der industriellen Revolution einläutete, setzten auch die Mechanischen Werkstätten Harkort & Co. früh auf wasser- und dampfkraftbetriebene Produktionsanlagen.

Dematic blickt auf eine lange Tradition zurück. Durch unsere Innovationskraft haben wir die Geschichte der Intralogistik entscheidend geprägt. Diesen Anspruch stellen wir bis heute an uns“, ist sich Rainer Buchmann, CEO Dematic Central Europe, sicher. Schon 1819 entwickelte das Unternehmen den ersten dampfbetriebenen Kran und produzierte bereits ab 1840 Hallenkräne in Serie.

Verbrennungsmotor löst Dampfmaschine ab

Mit der Einführung der Elektrizität als Antriebskraft begann 1870 die zweite Phase der industriellen Revolution. Der Verbrennungsmotor löste die Dampfmaschine ab und die chemische Industrie sowie die Elektrotechnik entwickelten sich zu neuen Zugbranchen. Beeinflusst von den daraus resultierenden Möglichkeiten, gründete sich 1900 mit der Stöhr Elevatorenfabrik ein weiteres Vorläuferunternehmen, das auf Stetigförderer, Elevatoren und Becherwerke spezialisiert war.

Stöhr-Schüttgutförderer aus dem Jahr 1900.
Stöhr-Schüttgutförderer aus dem Jahr 1900. (Bild: Dematic)

1922 – etwa ein halbes Jahrhundert vor Beginn der dritten industriellen Revolution – baute das Unternehmen bereits sein erstes fahrbares Förderband.

Förderband von Stöhr aus dem Jahr 1920 für Anwendungen im Hafen.
Förderband von Stöhr aus dem Jahr 1920 für Anwendungen im Hafen. (Bild: Dematic)

Hängende Fördertechnik spart Platz ein

Wenige Jahre später entwickelte Stöhr die erste hängende Fördertechnik: ein Fortschritt, der eine komplett neue und effektivere Raumnutzung in den Fabriken ermöglichte. Ende der 1950er-Jahre sorgte Stöhr mit dem weltweit ersten Regalbediengerät für einen Paradigmenwechsel in der Intralogistik. Drei Jahre später baute das Unternehmen für Bertelsmann das erste vollautomatische Lager.

Dematic-Lagertechnik aus dem Jahr 1950.
Dematic-Lagertechnik aus dem Jahr 1950. (Bild: Dematic)

Von nun an konnten dort bis zu 15.000 Aufträge täglich verarbeitet werden. Während das Unternehmen 1968 in die Stöhr Förderanlagen Salzer GmbH umfirmiert wurde, änderte es auch seinen Fokus von einem reinen Produkt- zu einem vollwertigen Lösungsanbieter. Ziel war es, Kunden Systeme für die kompletten Geschäftsprozesse zu liefern.

Startschuss der dritten industriellen Revolution war 1970, als die erste speicherprogrammierbare Steuerung (SPS) mit dem Namen Modicon 084 auf den Markt kam. Mit dem Gerät ließen sich Maschinen und Anlagen erstmals digital steuern und regeln.

Dematic-Hängebahn aus dem Jahr 1970
Dematic-Hängebahn aus dem Jahr 1970 (Bild: Dematic)

Bis heute sind SPS in der Automatisierungstechnologie weit verbreitet. Drei Jahre später revolutionierte die Mannesmann AG, von der Stöhr mittlerweile übernommen worden war, mit dem weltweit ersten automatisierten Hochregallager die Bauweise von Distributionszentren. 1990 stieg das Unternehmen schließlich zum Weltmarktführer in der Fördertechnik auf. Fünf Jahre später war Mannesmann Demag der weltweit erste Komplettanbieter in der Intralogistik.

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