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Hannover Messe 2018

Demonstratoren zeigen intelligente Fluidtechnik

| Autor / Redakteur: Nikolaus Fecht / Stefanie Michel

Im „gläserne Fahrrad“ von Schaeffler auf der Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“ steckt die automatische Fahrradschaltung Velomatic.
Im „gläserne Fahrrad“ von Schaeffler auf der Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“ steckt die automatische Fahrradschaltung Velomatic. (Bild: Schaeffler)

Welchen gemeinsamen Nenner haben ein „gläsernes“ Fahrrad, ein cleverer Tank und ein Hydraulikaggregat mit Industrie-4.0-Schnittstelle??? Es sind drei von mehreren Demonstratoren der Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“ des VDMA und der Hannover Messe.

„Moderne Hydraulik kann alles, was elektromechanische Antriebe können - und das kraftvoller, robuster und mit kompakteren Baumaßen“, betont Dr. Steffen Haack, Leiter der Business Unit Industrial Hydraulics bei der Bosch Rexroth AG, Lohr. Als Beispiel für einen solchen intelligenten Antrieb nennt er Cytropac, ein kompaktes Hydraulikaggregat mit eigener Intelligenz und Industrie-4.0-Schnittstelle. Der Hersteller hat einen drehzahlvariablen Sytronix-Pumpenantrieb mit Frequenzumrichter, Sensorik und Datenschnittstelle zu einem schaltschranklosen Kompaktaggregat zusammengefasst. Durch die bedarfsgerechte Drehzahlregelung lässt sich der Energiebedarf laut Hersteller im Vergleich zu konventionellen Aggregaten laut Firmenangaben um bis zu 80 % senken.

Systeme aus elektrischer und hydraulischer Antriebstechnik

Hybridtechnik gibt es bei der Bucher Hydraulics GmbH aus Klettgau zu sehen, deren Produkt-Portfolio-Manager Dierk Peitsmeyer auf die Verbindung von „elektrischer und hydraulischer Antriebstechnik zu hoch effizienten und gut funktionierenden Systemen“ setzt. Wie das Ergebnis aussieht, führt Bucher mit dem Alpha-X-Demonstrator vor, der ein typisches, in vielen Maschinen vorkommendes Lastprofil abbildet. Besucher können den mit einem kräftigen Federpaket (20 kN) und einer großen Lastmasse (350 kg) ausgestatteten Demonstrator mit einem Joystick bedienen.

Auf Hybridbauweise setzt auch die Moog GmbH aus Böblingen bei dem elektrohydrostatischen Antriebssystem (EAS). Herzstück ist die elektrohydrostatische Pumpeneinheit (EPU), mit der sich dezentrale Antriebsstrukturen verwirklichen lassen. Zweigleisig fährt das Unternehmen bei der Intelligenz. Dr.-Ing. Dirk Becher, Engineering Manager Pumps and Laboratory. „Wir verwenden systemische Intelligenz zum Beispiel für die Überwachung“, erklärt Dr. Becher. „Sie überprüft, ob das geschlossene hydrostatische System Öl verliert. Außerdem übernimmt es das Monitoring wichtiger Regelgrößen und die Überwachung etwa der richtigen Funktionsweise von Sicherheitsventilen.“ Alle diese dabei erfassten Daten kann das dezentral ausgelegte EAS über Standard-Schnittstellen an ein übergeordnetes Leitsystem weiterleiten.

Elektrohydraulische Synchronisierung macht Schaltvorgang verschleißfrei

„Ausprobieren geht über studieren“, sagt sich die Linde Hydraulics GmbH & Co. KG aus Aschaffenburg, die Besucher den neuartigen Fahrantrieb „Shift in Motion“ testen lässt. Mit dem Aggregat lassen sich mehrstufige Stillstandsschaltgetriebe bei fahrender Maschine schalten. „Das Besondere ist die elektrohydraulische Synchronisierung“, erklärt Moritz Kelm von der Abteilung „Products & Markets“. „Im Gegensatz zur mechanischen Synchronisierung werden hier weder Synchronringe noch Kupplungen benötigt.“ Die Anpassung der Drehzahlen zwischen Getriebeein- und -ausgang läuft lastfrei ab. Das macht den Schaltvorgang verschleißfrei und steigert den Nutzungsgrad. Linde Hydraulics simuliert auf der Sonderschau den Fahrbetrieb eines Radladers.

„Wer stellen auf der Sonderschau einen Hybridtank mit integrierter Sensorik aus“, sagt Uli Seeger, Leiter Produktmanagement bei Argo-Hytos. Animierte LED-Leisten visualisieren, wie der Datenstrom aus dem Tank in einen Controller fließt. Ein aufgeschnittener Tank demonstriert, wie problemlos sich Sensorik zur Ölzustandsüberwachung in das Produkt integriert lässt. Seeger: „Wir zeigen mit den drei bereits integrierten Sensoren die Möglichkeiten auf, die das Erfassen von Daten aus der Hydraulikflüssigkeit bieten.“

Produktion im Visier: Luftverbrauch sichtbar machen

Ein Eyecatcher der Sonderschau ist sicherlich auch das „gläserne Fahrrad“ der Schaeffler Technologies AG & Co. KG aus Schweinfurt. Christian Zeidlhack, Mitglied der Geschäftsleitung Industrie: „Es steht für unsere Strategie ‚Mobilität für morgen’.“ In dem Demonstrator steckt die automatische Fahrradschaltung Velomatic, die für den optimalen Gang und Schaltvorgang sorgt. Der Fahrer entscheidet dabei selbst, ob er die automatische Einstellung übernimmt oder sie über ein kundenspezifisches Schaltmodul oder die App Velodaptic ändert.

Doch auch clevere Pneumatik kann sich sehen lassen. Aventics demonstriert mit dem weiterentwickelten Smart Pneumatics Monitors (SPM) das smarte Zusammenspiel von Luftverbrauchern. Dieter Michalkowski vom Global Account Management Bosch bei der Aventics GmbH in Fellbach: „Unser Messestand dient als virtuelle Fabrik, in der sich der Besucher den jeweiligen Luftverbrauch einzelner Exponate ansehen kann. Jedes Exponat steht exemplarisch für eine Maschine in einer Werkshalle. Wir haben also nicht mehr nur die einzelnen Luftverbraucher, sondern die gesamte Produktion im Visier.“

Sonderschau „Intelligente Fluid- und Antriebstechnik“: Halle 23, Stand A19

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