Maschinenbau

Den deutschen Ingenieurmangel mit indischen Fachkräften lösen?

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Mit Angeboten wie einem jährlichen Mindestlohn von 44.800 Euro, wie es die „Blue-Card“-Regelung vorsieht, ist aber weder den unter Fachkräftemangel leidenden Unternehmen noch den potenziellen Kandidaten geholfen. Die Kritiker sind der Meinung, dass die Deutschen zu viele Bedingungen an die Aufenthaltserlaubnis knüpfen, was die Lage der ausländischen Fachkräfte erschwert.

Zuwanderungsdebatten in Deutschland schrecken ausländische Fachkräfte ab

Die „Blue Card“ soll eine Art Daueraufenthaltserlaubnis sein, aber man bekommt die erst nach einer dreijährigen ununterbrochenen Tätigkeit in einem Unternehmen. Sicherlich ist die „Blue Card“ im Vergleich zur „Green Card“ eine Verbesserung, weil die Messlatte für die Anwerbung von Fachkräften niedriger angesetzt ist. Aber viele schütteln den Kopf und meinen, dass ein Jahresgehalt von knapp 45.000 Euro für den Kandidaten kein besonderer Leistungsansporn sei, wie manche Politiker es behaupten. Zudem schrecken die hitzigen Zuwanderungsdebatten in Deutschland viele gut ausgebildete Fachkräfte ab.

Doch es gibt auch positive Eindrücke vom deutschen Arbeitsmarkt, zum Beispiel bei indischen Bewerbern: Indische Ingenieurabsolventen von der Technischen Universität Gujarat hielten sich im Herbst 2012 in Westmecklenburg auf, wo sie als Gaststudenten an einem Kursprogramm der Hochschule Wismar teilnahmen. Alle hatten ein Ingenieurstudium in den Fachbereichen Maschinenbau, Bauingenieurwesen oder Informationstechnik in Indien erfolgreich absolviert und wollten wichtige internationale Erfahrungen sammeln.

Branchenvielfalt und Innovationskraft des Mittelstands beeindrucken viele potenzielle Zuwanderer

Die Gäste zeigten sich beeindruckt von der Branchenvielfalt und der Innovationskraft der kleinen und mittelständischen Unternehmen der Region. Sie bekundeten deutliches Interesse, im Rahmen eines mehrmonatigen Praktikums in Mecklenburg-Vorpomern Arbeitserfahrungen zu sammeln. Viele der Gäste zeigten sich bereit, einmal in Deutschland zu arbeiten. Sie erhielten auch von den Gastgebern aus Mecklenburg-Vorpommern den Hinweis, dass selbstverständlich die deutsche Sprache gelernt werden müsse, wenn sie erfolgreich hier arbeiten und leben wollten.

Für deutsche Unternehmen ist es nicht leicht, die richtigen indischen Ingenieure zu finden und einzustellen. Auf nur eine Anzeige in Indien bekommt man gleich Hunderte von Bewerbungen, denn das Land hat eine große Anzahl von Fachkräften. Diese Erfahrung haben auch die bereits in Indien ansässigen deutschen Unternehmen gemacht. Die richtigen Ingenieure unter Tausenden von Bewerbern zu finden, stellt sich demnach oft als eine Herausforderung dar.

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