Unternehmensführung Der Beirat im Mittelstand als Stütze des Unternehmers

Autor / Redakteur: Michael Sommer und Jürgen Rilling / Claudia Otto

Die Einrichtung von Aufsichtsgremien ist in Deutschland nur bei Aktiengesellschaften und bei bestimmten Formen der GmbH vorgegeben. Doch auch viele Mittelständler anderer Unternehmensformen haben freiwillig Beiräte eingerichtet. Kennt man die Vorteile eines Beirats, ist dies verständlich.

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Häufig fehlen dem Unternehmer Sparringspartner, mit denen er sich auf Augenhöhe austauschen sowie neue Ideen und Ansätze entwickeln kann.
Häufig fehlen dem Unternehmer Sparringspartner, mit denen er sich auf Augenhöhe austauschen sowie neue Ideen und Ansätze entwickeln kann.
(Bild: olly - Fotolia.com)

Familienbetriebe sind meist sehr auf die Person des geschäftsführenden Unternehmers ausgerichtet. So liegen die Stärken des Betriebs de facto oft in der spezifischen Kompetenz des Chefs. Beispielsweise bleiben bei technisch starken Unternehmern andere Themen wie Finanzen, Vertrieb oder Marketing im Betrieb häufig unterentwickelt. Die zweite Ebene hat meist nur ausführende Funktion. Strategische Impulse kommen vielfach ausschließlich vom Geschäftsführer.

Die starke Einbindung des Unternehmers ins Tagesgeschäft und die hohe Arbeitsbelastung erschweren jedoch die Nachverfolgung beziehungsweise die Umsetzung neuer Ansätze. Aus Zeitmangel unterbleiben sie. Dem Unternehmer fehlen Sparringspartner, mit denen er sich auf Augenhöhe austauschen sowie neue Ideen und Ansätze entwickeln kann. An dieser Stelle schlummert enormes Potenzial – auch für bereits erfolgreiche Mittelstandsunternehmen. Die Etablierung eines Beirats kann dabei sehr hilfreich sein.

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Gesellschaftern fehlt oft die Kompetenz zur effektiven Kontrolle der Firmenleitung

Gründe für einen Beirat beschränken sich nicht auf die Erschließung weiterer Geschäftspotenziale. Die Führung vieler Mittelstandsfirmen und somit auch die Verwaltung von Großteilen des Familienvermögens liegt häufig in den Händen familienfremder Geschäftsführer. Oft fehlt jedoch auf Gesellschafterebene die Kompetenz zur effektiven Kontrolle der Firmenleitung – ein qualifizierter, kontrollierender Beirat kann dabei eine sinnvolle Unterstützung sein.

Auch haben sich in vielen Fällen der Gesellschafterkreis über die Jahre vergrößert und Inhaberinteressen auseinanderentwickelt. Neben beratender und kontrollierender Funktion kann der Beirat eine moderierende Rolle zwischen Familienstämmen übernehmen. Das Gremium leistet damit auch einen wichtigen Beitrag zur Objektivierung von Entscheidungsprozessen und für den langfristigen Firmenerfolg.

Unternehmensnachfolge vom Beirat begleitet

Ein weiterer Grund für die Etablierung eines Beirats kann die Begleitung der Nachfolge sein. Einerseits kann es sinnvoll sein, die Qualifikation oder Auswahl des Nachfolgers dem Beirat zu übertragen und damit diesen, bei familieninternen Nachfolgen oft sehr emotionalen Prozess zu objektivieren.

Andererseits können dem Unternehmen Wissen und Erfahrung des ausscheidenden Seniors dadurch erhalten werden, dass dieser als Beiratsmitglied die neue Geschäftsführung berät. Ferner kann der Senior darüber auch Kontroll- und Überwachungsaufgaben wahrnehmen. Dies ist vor allem dann wichtig, wenn seine Altersversorgung vom Firmenerfolg abhängt.

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