Antriebe Der Elektromotor kommt künftig aus dem 3D-Drucker

Redakteur: Jürgen Schreier

Zwischenziel im Forschungsprojekt Prima-3D erreicht: Den Projektpartner ist es gelungen,Wicklungen aus Kupfer und Keramik gemeinsam zu drucken und zu sintern.Ziel des Projekts Prima-3D ist es, Elektromotoren mithilfe des 3-D-Siebdrucks herzustellen.

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Noch sehen die Probekörper (hier: Sandwich aus gemeinsam gesintertem Kupfer und Keramik) unspektakulär aus; derzeit arbeiten die Projektpartner an Motorenkomponenten.
Noch sehen die Probekörper (hier: Sandwich aus gemeinsam gesintertem Kupfer und Keramik) unspektakulär aus; derzeit arbeiten die Projektpartner an Motorenkomponenten.
(Bild: TU Chemnitz)

Er ist 24 Jahre alt, hat schon einige Berufsjahre auf dem Buckel und bringt es jährlich auf rund 16.200 Euro brutto. Die Rede ist vom Motorenwickler, den die Plattform Gehalt.de als Verdienstbenchmark definiert. Wahrlich nicht viel Geld! Und bald könnte dieser Beruf sogar total überflüssig sein, wenn die Ergebnisse des Forschungsprojekts Prima-3D einmal in ein Serienprodukt umgemünzt sind.

Neues Verfahren ermöglicht hohe Design- und Materialfreiheit

Dieses innovative Verfahren ermöglicht eine hohe Design- und Materialfreiheit. Erste wirtschaftliche Bewertungen kamen zu dem Ergebnis, dass besonders die Serienproduktion mit kleinen bis mittleren Losgrößen gegenüber konventionellen Technologien ökonomische Vorteile aufweist. Zudem stellt das 3D-Siebdruckverfahren geringere Anforderungen hinsichtlich Logistik, Lagerhaltung, Platzbedarf und Energie.

Prima-3D ist eines der sieben Verbundprojekte, die im Rahmen der Bekanntmachung „Serienflexible Technologien für elektrische Antriebe von Fahrzeugen“ vom Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert und deren Ergebnisse über die Innovationsplattform Effizienzfabrik kommuniziert

werden.

Die Prima-3D-Projektpartner haben eine industrietaugliche 3D-Siebdruckmaschine entwickelt, die zurzeit im Versuchseinsatz betrieben wird. Es gelang bereits, Magnetkreise zu fertigen, die hinsichtlich der magnetischen Leitfähigkeit hoch qualitativen konventionellen Materialien um bis zu 10 % rozent überlegen sind, ohne die Fertigungs- bzw. Rohstoffkosten wesentlich zu erhöhen.

Magnetkreise aus einem Werkstoff

Darüber hinaus können Magnetkreise aus nur einem Werkstoff bestehen. So ist es möglich, auf die übliche Zwei-Materialien-Kombination, die mit einem erhöhten Fertigungs- und Materialaufwand verbunden ist, zu verzichten. Die Ein-Werkstoff-Variante lässt sich konventionell nur als Vollmaterial realisieren. Im Vergleich zum Prima-3D-Ansatz ist dies jedoch mit wesentlich höheren Wirbelstromverlusten verbunden.

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