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Industrie 4.0 Der Grundstein für die Produktion von morgen

| Redakteur: Stefanie Michel

Im Mai 2018 hat Sonia Bonfiglioli zusammen mit ihrem Managementteam den Grundstein für EVO, der neuen Zentrale des weltweit agierenden Antriebstechnikunternehmens Bonfiglioli.

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So wird das neue Headquater EVO von Bonfiglioli aussehen. Vor kurzem wurde dafür der Grundstein gelegt.
So wird das neue Headquater EVO von Bonfiglioli aussehen. Vor kurzem wurde dafür der Grundstein gelegt.
(Bild: Bonfiglioli)

Das neue Headquarter wird im „Clementino Bonfiglioli“-Areal in Calderara di Reno, Italien, in der Nähe von Bologna errichtet. Auf einer Fläche von fast 150 Hektar entsteht ein Werk mit einer Produktionsfläche von 58.600 m². Neben der Hauptverwaltung wird EVO auch das zentrale Werk der industriellen Antriebstechnik sein, dem traditionellen Geschäftsfeld der Unternehmensgruppe. Zudem soll es das Symbol der Evolution, der signifikanten Veränderung und des Wachstums des Konzerns darstellen.

Industrie 4.0 zieht in die Produktion von Bonfiglioli ein

Das Ziel des Unternehmens ist es, sich auf den globalen Märkten neu zu positionieren. Mit dem Fokus auf die Belieferung des Industriemaschinenmarktes basiert das Werk auf einem strategischen Plan für alle Unternehmensfunktionen. EVO bildet dabei das Fundament für den Sprung in die Digitalisierung, der Neuausrichtung der Arbeitsweise und Produktion für Industrie 4.0. Damit wird ein Projekt Realität, das seit zehn Jahren entwickelt wurde. Laut Bonfiglioli ist EVO das Herzstück des Gesamtprojekts und das Ergebnis von zwei Jahren Arbeit. Hier sollen drei Produktionswerke im Raum Bologna zusammengefasst werden.

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EVO ist für Bonfiglioli in erster Linie ein kulturelles und technologisches Innovationsprojekt: Die Gruppe Bonfiglioli strebt ein nachhaltiges Wachstum an, das auf dem Beitrag jedes Einzelnen basiert. Das Arbeitsumfeld ist daher ein grundlegender Schlüssel zum Erfolg. EVO ist auf diese Prinzipien ausgerichtet und steht für eine digitale Revolution mit den Menschen im Zentrum der Technologie. Es folgt dem Bonfiglioli Digital Re-Training Programm, das erste konkrete Beispiel in Italien für einen ganzheitlichen Ansatz zur Kompetenzentwicklung in einem Re-Qualifizierungskurs, der technische und kulturelle Inhalte beinhaltet. Die eigentliche Herausforderung besteht darin, die Denkweise zu verändern, beginnend mit dem Herzen des Unternehmens: Seinen Fabriken.

EVO ist ein neues Arbeitskonzept für die Zukunft

Sonia Bonfiglioli erklärt: „‚Manufacturing’ ist für uns der Glaube, dass die ‚Hand’ immer im Mittelpunkt der Arbeit stehen sollte, also der Wille und die Kontrolle der Menschen. Ob es sich um traditionelle Maschinen oder Roboter handelt: Wir beschäftigen uns immer mit Werkzeugen, die nutzlose Objekte bleiben, solange sie kein Mensch bewegt und sie benutzt. Der Mensch ist das Herz von allem und seine Fähigkeit, sich zu erneuern und Veränderungen zu begegnen, war schon immer Teil unserer Geschichte. Wir haben keine Angst vor Veränderungen oder den Herausforderungen, die vor uns liegen, und wir sind sicher, dass unser interner Umschulungskurs unsere Mitarbeiter darauf vorbereiten wird. EVO ist eine neue Fabrik, aber vor allem ein neues Arbeitskonzept für die Zukunft, gebaut von Menschen für Menschen, ohne Angst vor morgen.“

Die Mitarbeiter hätten die Chance, Fähigkeiten wie Change Management, Lernflexibilität und 4.0-Kommunikation zu erwerben und ein besseres Verständnis von Industrie 4.0, Big Data, Digital Twin und weiteres zu bekommen, so Bonfiglioli weiter. Der Kurs hat bereits mit einem Pilotprojekt begonnen, an dem die ersten 15 Arbeitnehmer der zukünftigen EVO-Anlage beteiligt sind und die dann auf weitere Arbeitnehmer ausgeweitet wird. Dieses Projekt wurde mit Gewerkschaften, dem Regionalrat der Region Emilia Romagna und Ausbildungszentren ausgearbeitet. Porsche Consulting ist der technische Berater.

Seit 2013 ist Bonfiglioli Riduttori um durchschnittlich +7,1 % pro Jahr gewachsen. Im Jahr 2017 wurde ein Umsatz von rund 808 Mio. Euro erzielt und damit ein neuer historischer Rekord aufgestellt, wobei das größte Marktwachstum in Asien und Amerika zu verzeichnen war. Derzeit beschäftigt die Gruppe weltweit rund 3700 Mitarbeiter. In Bezug auf Investitionen hat die Gruppe beschlossen, in drei Jahren 145 Mio. Euro zu investieren, um ihre produktionsbezogene Präsenz auf nationaler Ebene zu stärken.

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