Roboter Der Lötroboter alternativ zum manuellen Löten

Redakteur: Mag. Victoria Sonnenberg

Solder Smart heißt der Lötroboter von Ersa, der dem klassischen, manuellen Baugruppenlöten Konkurrenz machen kann. Das Achssystem in Kombination mit einer Lötdrahtzuführung und dem integrierten Industrielötkolben lötet präzise und reproduzierbar.

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Mit dem Ersa Solder Smart lassen sich elektronische Baugruppen präzise und reproduzierbar löten.
Mit dem Ersa Solder Smart lassen sich elektronische Baugruppen präzise und reproduzierbar löten.
(Bild: Jochen Schreck, Ersa GmbH)

„Mit dem Lötroboter können wir sowohl Punkt- als auch Linienlöten. Durch den genauen und zuverlässigen Drahtvorschub sind wir so in der Lage, präzise THT-Lötstellen zu erzeugen. Diese Reproduzierbarkeit stellt eine echte Alternative zum manuellen Löten dar, gerade bei Kleinserien, im Prototypenbau oder bei Arbeitsschritten, die mit einer Selektivlötanlage nicht umgesetzt werden können“, erklärt Julian Greß, Product Manager Tools and Rework.

Wenn klassische Selektivlötanlagen an ihre Grenzen stoßen

Besonders bei Anwendungen, wo klassische Selektivlötanlagen an ihre Grenzen stoßen, wird der Solder Smart immer öfter eingesetzt. „Wenn zum Beispiel Kabellitzen an ein Board gelötet werden sollen, ist eine Selektivlötanlage mit Punktdüse oder Miniwelle nicht geeignet, da die Litze bei der Lötung an der Baugruppenunterseite nicht auf der Kontaktfläche fixiert werden kann“, beschreibt Greß die Herausforderung, vor der viele Elektronikfertigungsunternehmen stehen. In der Regel werden diese Aufgaben im Nachgang durch das manuelle Löten erledigt.

In einigen Branchen, wie beispielsweise im Zulieferbereich der Automobilindustrie, ist dies aber nicht erlaubt. Daher haben wir viele Kunden aus diesem Bereich, die das Anlöten von Kabeln an die Baugruppe über den reproduzierbaren Prozess im Solder Smart laufen lassen.

Julian Greß, Product Manager Tools and Rework bei Ersa

So greifen mittlerweile große Hersteller von Kommunikations- und Multimediaanwendungen im Fahrzeugbau auf den Solder Smart zurück. Auf die Baugruppe abgestimmte Werkstückträger und Adapter helfen dabei, die Baugruppen zu fixieren und im Falle von Kabeln oder anderen flexiblen Materialien, diese an der Lötstelle zu positionieren. Diese unterstützenden Werkzeuge entwickelt Ersa zusammen mit den Kunden, abgestimmt auf deren individuellen Bedürfnisse.

Es gibt auch weitere Anwendungsbereiche, für die der Lötroboter idealerweise eingesetzt werden kann, wie zum Beispiel beim Einlöten von Platinen in Gehäusen oder dem Löten in Kavitäten.

Julian Greß, Product Manager Tools and Rework bei Ersa

Der Solder Smart verfügt über ein X/Y-Achssystem, das über einen Arbeitsbereich von 500 mm x 400 mm verfügt. Die Lötspitze wird über eine zweifach getrennte Z-Achse präzise an der Lötstelle positioniert. „Die Z-Achse wird nicht wie üblich mit einem Pneumatikzylinder betrieben wird, sondern rein elektrisch. Das hat den Vorteil, dass jede gewünschte Lötposition sanft und stufenlos angefahren werden kann“, so Greß.

Des Weiteren kann die Lötstelle über eine Drehachse von jeder Seite vom Lötkolben und der Drahtzuführung angefahren werden. Um einen möglichst hohen Durchsatz zu erreichen, haben wir die Lötroboter mit einem Wechselschubladensystem ausgestattet. In der Zeit, in der der Lötkolben ein Baugruppe lötetet, kann die zweite Schublade aus der Anlage gezogen und mit einer ungelöteten Baugruppe bestückt werden. Zudem ist der Lötroboter mit einer Lötspitzenreinigung ausgestattet, die mittels rotierender Bürsten die Spitzen vor dem Einsatz von Altlot befreit.

Prozesse, die der Lötroboter abdeckt

„Unser Lötroboter erlaubt die Programmierung von Einzellötungen, das Fließlöten mit vorbelöteter Lötspitze bei Kontaktabständen, sowie das Löten von wiederkehrenden Baugruppen im Linienlötverfahren“, verdeutlich Greß die verschiedenen Lötprozesse, die mit dem Lötroboter abgedeckt werden können. Um eine qualitativ hochwertige Lötstelle zu erreichen, lassen sich der Lötdrahtvorschub, die Vorheiz- und die Lötdauer an den Lötwärmebedarf jeder Lötstelle exakt anpassen. Zur Prozessüberwachung ist der Solder Smart mit einer Kamera ausgerüstet, die alle Arbeitsschritte überwacht und visualisiert. Alle Prozessschritte werden abgespeichert und stehen im Falle einer Nachverfolgbarkeit bereit.

Der Solder Smart wird mit einer Schutzhaube, inklusive LED-Beleuchtung ausgestattet. Diese schützt den Arbeitsbereich vor Verschmutzungen, verhindert das Hineingreifen des Bedieners während des Betriebs und sichert einen zuverlässigen Lötprozess.