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Wird Celos zu neuen Geschäftsmodellen führen – beispielsweise in Form der Vermarktung von Drittanbieter-Apps über einen App-Store?
Thönes: Wir arbeiten kontinuierlich an der Neu- und Weiterentwicklung von Celos-Apps und erweitern sukzessive das Leistungsvermögen des Gesamtsystems – das umfasst auch die abgestimmte Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern im Rahmen der von Celos vorgegebenen Strukturen.
Wie beurteilen Sie generell die Zukunftsaussichten von Industrie 4.0? Manche sehen darin einen Hype, der ähnlich der CIM-Strategie Anfang der 1990er bald wieder von der Bildfläche verschwunden sein könnte.
Thönes: Die Ausgangslage ist heute eine völlig andere. Der CIM-Gedanke war seinerzeit so verbreitet, weil in der Theorie die richtigen Antworten auf Zukunftsfragen gegeben werden konnten. Allein die Zeit war noch nicht reif. Heute gibt es schnelles Internet, schnelle CNC-Steuerungen mit offenen und adaptierbaren Betriebssystemen, immer intelligentere Sensorik in den Maschinen sowie offene Systemarchitekturen mit teilweise bereits einheitlichen oder zumindest standardisierbaren Schnittstellen.
Sicherlich sind noch viele Fragen rund um das Thema Industrie 4.0 unbeantwortet. Das meint eine internationale Nomenklatur und Standardisierung ebenso wie rechtliche und sicherheitstechnische Aspekte. Aber insgesamt gibt es keinen Zweifel, dass die industrielle Revolution auch für Deutschland schon heute ein Erfolgsmodell ist.
Welchen Stellenwert wird in diesem Kontext das Thema Automation zukünftig einnehmen?
Thönes: Automation und Industrie 4.0 gehören untrennbar zusammen. Erst durch Automation wird ein Unternehmen zukünftig in der Lage sein, die unbestrittene Systemkomplexität einer durchgängig digitalisierten Prozesskette zu beherrschen und damit wirtschaftlich nutzbar zu machen. Aus Sicht der klassischen Zerspanung steht die Frage im Fokus, wie sich eine Fertigung vor dem Hintergrund ständig wandelnder Anforderungen in eine bedarfssynchrone Produktion umrüsten lässt. Neben Celos bieten wir unseren Kunden in diesem Bereich die richtigen Technologien und über DMG Mori Systems verschiedene Automationsmöglichkeiten, um schon heute individualisierte Produkte hochwirtschaftlich binnen kürzester Zeit herstellen zu können.
MM
* Das Interview führte MM-Redakteur Rüdiger Kroh
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